Anwohner wollen Damwild behalten

Tiere: Mit einer Online-Umfrage möchte die CDU ein Stimmungsbild zum Erhalt oder zur Schließung des Wildgeheges im Franckepark gewinnen.

Das traurige Ende eines Damhirsches im vergangenen Jahr, der von Spaziergängern im Franckepark mit falschen Lebensmitteln gefüttert wurde, hat eine grundsätzliche Diskussion um die Haltung der Wildtiere in dem 10.000 Quadratmeter großen Gehege ausgelöst. Jetzt bekommt die Debatte einen neuen Dreh – die CDU Tempelhof-Schöneberg hat eine Umfrage zur Zukunft der Damwildhaltung ins Internet gestellt.

Betreuer gesucht

Wissen will die CDU dabei nicht nur, ob das Gehege aus Gründen der Tradition lieber erhalten oder aufgelöst werden sollte, sondern auch, welchen persönlichen Beitrag der Einzelne zum Erhalt des Geheges leisten würde. Man wolle so ein „Stimmungsbild“ erhalten und der CDU-Fraktion im Bezirksparlament entsprechende Hinweise geben, sagt Markus Klaer, der für die Partei im Abgeordnetenhaus sitzt. Dies sei auch mit dem zuständigen Stadtrat Daniel Krüger (CDU) abgesprochen, dem es ebenfalls wichtig sei, ein solches Stimmungsbild zu erhalten.

SPD und Grüne sehen das Vorhaben dagegen mit gemischten Gefühlen. „Ich finde es gut, wenn zu politischen Themen repräsentative Meinungen aus der Bürgerschaft eingeholt werden. Bei meinen Entscheidungen bin ich jedoch meinem Mandat und den Fakten verpflichtet, aber keiner Lobbygruppe“, erklärt etwa die Bezirksverordnete Annette Hertlein (SPD), deren Fraktion sich für den Erhalt des Geheges einsetzt. Und ihre Parlamentskollegin Renate Giese (Grüne) betont, dass es nicht nur um die Wünsche der Befragten gehen dürfe, sondern auch um ihre Bereitschaft, sich beim Erhalt einzubringen. Regelmäßige Spenden oder eine Vereinsgründung schweben der Bezirkspolitikerin dabei beispielsweise vor. So ließe sich auch eine Tierpfleger-Stelle finanzieren, die die studierte Biologin für eine artgerechte Haltung des Damwilds für unerlässlich hält. „Wenn eine solche Befragung ergibt, dass es genügend Bürger gibt, die sich wirklich aktiv für die Damhirsche engagieren wollen, wäre ich auch dabei“, kündigt Renate Giese an.

Engagement fraglich

Doch danach sieht es nicht unbedingt aus. Obwohl sich eine deutliche Mehrheit bei der Online-Umfrage für den Erhalt des Geheges ausspricht und dessen Schließung ablehnt, antworteten von den bisher gut 50 Teilnehmern mehr als die Hälfte mit „Nichts“ auf die Frage nach einem eigenen Beitrag zum Gehege. Immerhin knapp 40 Prozent würden Fütterungen übernehmen und eine Minderheit könnte sich vorstellen, an der Aufsicht im Gehege teilzunehmen. Allerdings ist das Stimmungsbild noch nicht vollständig: Bis Ende Februar will die CDU ihre Umfrage im Netz behalten.

Philip Aubreville / Bild: Archiv/Anne Langert

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