Der Körnerpark lädt zur Zeitreise ein

Jubiläum: Die Parkanlage feiert ihren 100. Geburtstag mit Kunstaktionen und Ausstellungen.

Der Körnerpark feiert dieses Jahr seinen 100. Geburtstag. Und wie geht so ein seltenes Jubiläum stilgerecht über die Bühne? Natürlich 100 Tage lang, mit Kunstaktionen, Ausstellungen und Open-Air-Kino. Das Programm wurde gemeinsam vom Kulturamt und einer Anwohnerjury zusammengestellt, finanziert wird die Geburtstagssause vom Quartiersmanagement Körnerpark. Die Kulisse für die Veranstaltungen ist einzigartig. Die 2,4 Hektar große Anlage erinnert mit seinen Wasserspielen und der Orangerie an einen Schlosspark. Am 4. Juni geht es mit einem Eröffnungsfest los, das in einer Retrospektive die Zeit der Parkgründung im Jahr 1916 beleuchtet. Wie lebten die Menschen damals, wie feierten sie? Es soll ein fröhliches Fest mit Tänzen und Musik von damals werden: Wiener Walzer, Polka und Volkstänze werden neu aufgelegt. Im „Pop-Up-Fotostudio“ gibt es ab 17 Uhr eine Zeitreise zu den Anfängen des letzten Jahrhunderts. „Wir haben eine große Auswahl an Requisiten. Daraus kann sich jeder Besucher das passende Kostüm aussuchen und sich dann in der Fotobox in seinem ganz persönlichen historischen Outfit ablichten lassen“, sagt Chris Benedict vom WerkStadt Kulturverein Berlin e.V. Das Erinnerungsfoto in Postkartengröße darf natürlich mit nach Hause genommen werden.

Riesige Decke

Eine ganz besondere Aktion findet am 16. Juli um 17 Uhr statt. Die „Decke der kulturellen Begegnung“ ist eine Performance aus Tanz und Live Musik. Es spielt sich alles auf einer riesigen Decke ab, die aus hundert einzelnen Decken zusammengesetzt ist. Die Idee der Künstler ist, Nähe durch Zusammenrücken zu schaffen. „Normalerweise sitzt doch jeder mit Sicherheitsabstand im Park auf seiner eigenen Decke. Wenn diese Lücken geschlossen werden, entsteht eine einzige riesige Patckworkdecke, auf der die Nachbarn untereinander ins Gespräch kommen. Unterstützt durch die Tanzeinlagen und die Musik kann so ein interkultureller Austausch stattfinden“, erklärt Chris Benedict. Vom 26. bis zum 28. August (14 bis 19 Uhr) verwandeln die Anwohner ihren Körnerpark in einen gigantischen Kunstgarten. Die Aktion läuft unter dem Motto „Neophyten“, das heißt Neubürger. Dabei geht es um kleine Pflanzen, die sich in einer Gegend ansiedeln, wo sie eigentlich nicht heimisch sind. Die Pflanzen werden aus Papier, Seide und Garn von den Anwohnern in einer eigens dafür aufgebauten Pflanzstation liebevoll selbst gebastelt. Anschließend werden die hundert Kunstwerke dann im Körnerpark versteckt.

Organisiert und auf die Beine gestellt wurde die Mega-Geburtstagsfeier von verschiedenen Künstlergruppen und dem WerkStadt Kulturverein Berlin e.V. in der Emser Straße 124. Chris Bendict: „Wir sind ein Projektteam von fünf
Leuten, haben Ateliers und machen viele Kiezprojekte gemeinsam mit dem Quartiersmanagement und dem Kulturamt.“

Anne-Lydia Mühle / Bild: Kollektiv Blauer Vogel

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