Rohmilch senkt Asthma Risiko

Eine wissenschaftliche Untersuchung legt nahe, dass Rohmilch Kleinkinder und Kinder vor Asthma schützt. Die Forscher gehen davon aus, dass der Anteil an Omega-3 Fettsäuren in der unbehandelten Milch das Risiko von Atemwegserkrankungen deutlich senkt.

PASTURE Studie untersucht über 1.000 Mütter

An der internationalen Langzeit-Studie PASTURE
waren zahlreiche Wissenschaftler verschiedener Universitäten beteiligt. Als Probanden dienten den Allergologen 1.000 schwangere Frauen aus ländlichen Regionen in Bayern, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Finnland. Die Hälfte der Frauen wies während und nach der Schwangerschaft einen Bauernhof als Wohnsitz auf. Diese Probandinnen nutzten Rohmilch häufiger zur Ernährung der Kinder.

Die Forscher berücksichtigten in der Studie die Ernährungsgewohnheiten der Schwangeren und späteren Mütter sowie der Kinder. Zudem hielten die Frauen den Gesundheitszustand ihres Kindes während der ersten sechs Jahre in einem Tagebuch fest. Zusätzlich wurden die Kinder ärztlich untersucht und bis zum 10. Lebensjahr von den Wissenschaftlern begleitet.

Kinder auf dem Bauernhof leben gesünder

Die Ergebnisse der PASTURE Studie bekräftigen erneut frühere Erkenntnisse, dass Kinder auf dem Bauernhof gesünder leben als Stadtkinder. Die Bauernhof-Kinder, die schon frühzeitig mit Rohmilch ernährt wurden, bis zum Alter von sechs Jahren seltener an Asthma erkrankten. In der Kontrollgruppe, die mit behandelter Milch oder H-Milch ernährt wurde, lag der Anteil asthmakranker Kinder mit 30 Prozent deutlich höher.

Außerdem litten die Kinder der Kontrollgruppe wesentlich häufiger unter anderen Atemwegserkrankungen, Schnupfen, Fieber und Mittelohrentzündungen. Die sonstigen Ernährungsgewohnheiten der Mütter und Kinder hatten keine signifikanten Auswirkungen auf das Ergebnis.

Omega-3 – das Wundermittel der Milch

Die verringerte Anzahl asthmakranker Bauernhof-Kinder führen die Allergologen darauf zurück, dass Rohmilch ähnlich wie Muttermilch einen hohen Anteil an Omega-3 enthält. Je stärker die Milch behandelt, also pasteurisiert oder homogenisiert wird, desto weniger Omega-3 bleibt erhalten. H-Milch enthält überhaupt keine Anteile der wichtigen Fettsäure. Omega-3 kann vom Körper nicht selbst produziert werden und muss daher über die Nahrung zugeführt werden.

Omega-3 Fettsäuren wirken entzündungshemmend. Sie wirken sich positiv auf Stoffwechselprozesse und das Immunsystem aus. Die entzündungshemmenden Eigenschaften sehen die Forscher als wahrscheinlichste Ursache für ein vermindertes Risiko einer Asthma-Erkrankung. Asthma bronchiale kann sich aus wiederkehrenden Entzündungen der Atemwege entwickeln.

Bakterien als Risikofaktor von Rohmilch

Obwohl Rohmilch die wichtigen Omega-3 Fettsäuren enthält, kann sie gerade für Kinder auch gesundheitliche Risiken bergen. Die Milch kann keim- und bakterienbelastet sein und in Folge zu Erkrankungen führen. Es wird daher dazu geraten insbesondere Kleinkinder nicht direkt mit frischer Rohmilch zu ernähren, sondern diese vorher zu erhitzen bzw. auf nur leicht pasteurisierte Milch zurückzugreifen.

Die Wissenschaftler der PASTURE Studie fordern zudem ausdrücklich die Entwicklung von schonenden Verfahren zur Sterilisierung von Milch. Dadurch bliebe der Omega-3 Gehalt höher, sodass die gesundheitsfördernden Effekte bei geringerer Keimbelastung erhalten blieben. Unberücksichtigt blieb bei der Untersuchung allerdings, dass viele Kinder Milchzucker generell nicht vertragen. Heute ist der Anteil der laktoseintoleranten Kinder höher als bei Beginn
der Untersuchung.

Rohmilch vs. Pasteurisierte Milch

Als Rohmilch wird solche Milch bezeichnet, die direkt nach der Gewinnung vom Kuheuter verzehrt wird. Hierbei erfolgt keine Erhitzung oder anderweitige Behandlung der Milch. Pasteurisierte Milch wird hingegen auf 72 bis 75 
Grad erwärmt, um Keime abzutöten und eine längere Haltbarkeit zu erreichen. Außerdem wird sie homogenisiert, um die Bildung von Rahm zu verhindern. Dabei wird die Milch mit hohem Druck durch kleine Düsen gepresst. H-Milch wird auf 135 Grad erhitzt, um sie möglichst lange haltbar zu
machen.

Ernährung kann das Asthma Risiko erhöhen

Es gibt eine Reihe von Lebensmitteln, die Asthmatiker tatsächlich vermeiden sollten. Sie enthalten allergene Stoffe, die zu Asthma-Anfällen führen können. Dazu gehören:

  • Hühnereier
  • Weizen
  • Soja
  • Erdnüsse
  • Meeresfrüchte

Außerdem wirken einige Zusätze in Lebensmitteln negativ auf Asthma-Kranke. Das sind unter anderem:

  • Tartrazin
  • Sulfite
  • Glutamat
  • Histamine

Allergikern wird deshalb geraten, möglichst auf Fertigprodukte zu verzichten, da diese oftmals mit allergieauslösenden Inhaltsstoffen angereichert wird. Auf diese Weise lässt sich eine Asthma-Erkrankung auf natürliche Weise mitbehandeln.

Weitere Informationen:
https://www.uni-muenchen.de/forschung/news/2016/brick_mutius_milch_omegadrei.html

http://www.euroclinix.de/asthma-ursachen.html

red. / Foto: Volosina

 

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