Nazi-Skandal um Freymark

Kompromittierendes Video bei www.bild.de.

Ein Amateur-Video, das der BILD-Zeitung vorliegt, zeigt drei Berliner CDU-Politiker mit Nazi-Emblem und wie sie lauthals rechtsradikale Parolen skandieren. Darunter ist auch Danny Freymark, CDU-Kandidat für das Abgeordnetenhaus in Lichtenberg. Im Video aus dem Jahr 2005 äußerten sich Freymark und Parteifreunde freimütig rechtsradikal bei einer Vergnügungsfahrt nach Riga: Ein nationalsozialistisches Abzeichen mit Hakenkreuz wird als „Ehrennadel“ der Schüler-Union bezeichnet. Ausländer würden nicht abgeschoben sondern „katalogisiert“ werden und gegen den „jüdischen Bolschewismus“ müsse vorgangenen werden. CDU-Kandidat Danny Freymark „bedauert das Geschehen des Abends heute zutiefst“, wie er gegenüber dem Berliner Abendblatt versichert. Ob er denn ein Ex-Neo-Nazi sei? „Nein, natürlich nicht“. Das verfassungsfeindlich NSDAP-Abzeichen habe man auf einem Flohmarkt gekauft, „auf dem man noch ganz andere Sachen hätte kaufen können“. Die Geschichte sei aus einer Laune heraus völlig ausgeufert.

Auf seine Kandidatur möchte der 33-Jährige trotz der rechtsradikalen Äußerungen im Video nicht verzichten. „Das Video war parteiintern schon lang bekannt.“ Er habe sich deswegen 2008 ein halbes Jahr aus der Partei zurückziehen müssen. Dass das Video nun öffentlich wurde, schreibt Freymark parteiinternen Intrigen zu. Der Hohenschönhausener CDU-Politiker beteuert seine Reue. Er sei mittlerweile Vorstandsmitglied im Förderverein „Denkmal der ermorderten Juden Europas“.

Stefan Bartylla / Bild: imago/Jakob Hoff

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