Alliierten-Museum in der Warteschleife

Kultur: Der Umzug zum Flughafen Tempelhof muss wegen der Flüchtlingssituation warten.

Der Umzug in den Flughafen Tempelhof ist längst beschlossene Sache. Aber weil dort momentan Flüchtlinge untergebracht sind, könnte das Alliierten-Museum Zehlendorf doch noch eine ganze Weile erhalten bleiben. „Die Belegung der Hangars mit Flüchtlingen hat dazu geführt, dass im Moment kein verlässlicher Zeitplan für die notwendigen Baumaßnahmen erstellt werden kann“, erklärt Bernd von Kostka, der jüngst die kommissarische Leitung des Museums von der bisherigen Chefin Gundula Bavendamm übernommen hat.

Umzug bleibt Ziel

Dass dem personellen Wechsel trotz der veränderten Rahmenbedingung definitiv auch ein Ortswechsel folgen soll, darin stimmen die Beteiligten überein. „Wir stehen nach wie vor hinter den Umzugsplänen des Alliierten-Museums. Darin sind wir uns mit dem Land Berlin einig. Sobald die Modalitäten zwischen Bund und Land geklärt sind, kann mit der Umsetzung begonnen werden“, stellt Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) klar. 27,1 Millionen Euro sollen dafür bereitgestellt werden, beschloss der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages im vergangenen November. Tatsächlich dürfte der Umzug ein größeres Projekt werden. „In Tempelhof steht uns doppelt so viel Fläche für die neue Dauerausstellung und die Sonderausstellung zur Verfügung“, sagt Bernd von Kostka. So könnten weitere Großobjekte des Museums wie Hubschrauber, Mauerfahrzeug oder Panzer erstmals vollständig und geschützt gezeigt werden. Derzeit sind die in einem Außendepot untergebracht.

Alliierte Geschichte

Für von Kostka spricht nicht nur die bessere Präsentation der Exponate für den Umzug. Auch die Geschichte des Flughafens spiele eine Rolle. „Ebenso wie der Standort an der Clayallee ist der Flughafen Tempelhof ein Ort, der untrennbar mit der alliierten Geschichte zusammenhängt. Nicht nur wegen der unvergesslichen Ereignisse der Berliner Luftbrücke, sondern auch wegen der jahrzehntelangen US-Präsenz am Flughafen“, sagt der 53-jährigen Historiker. Von Kostka sieht mit der großzügigen Ausstellungsfläche in Tempelhof noch mehr Möglichkeiten, den historischen Bogen bis zur heutigen Zeit zu schlagen. Bis es soweit ist, geht der Betrieb in Zehlendorf weiter – am 14. Juli mit der Sonderausstellung „100 OBJEKTE. Berlin im Kalten Krieg“.

Philip Aubreville / Bild: AlliiertenMuseum/Chodan

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