Die Borsig-Verschwörung

Theater: Eine spannende Tour durch Berlins Industriegeschichte.

RE_Borsig

Originalschauplatz Borsigtor

Berlin 1931. Der fiebrige Puls der Metropole schlägt noch im Takt der Hochindustrialisierung. In der Politik beginnen braune Horden den Tanz auf dem Vulkan. Es kocht und brodelt in der Hauptstadt des Deutschen Reiches. Politisch wie wirtschaftlich. In diesem Klima steht das Familienunternehmen Borsig nach fast 95-jähriger Existenz vor dem Bankrott. Mit seinem Namen verbinden sich Begriffe wie Eisen, Dampf, Stahl und „Lokomotivkönig“. Zeitweise war die Firma der zweitgrößte Lokomotivbauer der Welt – eine Industriemacht, die Berliner Geschichte schrieb. Mit beeindruckender Fähigkeit verstand es Ernst von Borsig, die Mitarbeiter an sein Unternehmen und seine Visionen zu binden.

Fusion rettet

Bis auch ihn die Turbulenzen der Weltwirtschaftskrise in die Knie zwangen und die totale Pleite nur durch die Fusion mit der AEG abgewendet werden konnte. Doch ein Familienunternehmen war es fortan nicht mehr. Ein ganz besonderes Stück Berliner Geschichte, umrankt von Phänomenen, Mythen und Absurditäten. In ihrer Inszenierung „Die Borsig-Verschwörung“ nehmen die „Kirschendieb & Perlentaucher Kulturprojekte“ ihre Gäste mit auf Entdeckungstour an Originalschauplätzen der ehemaligen Tegeler Borsigwerke. Eine szenarische Theaterreise, auf der die Besucher sehr einfallsreich, spritzig und unterhaltsam Wissenswertes und Amüsantes über den Ort und seine Vergangenheit erfahren. Das Einkaufscenter „Hallen am Borsigturm“, brachliegende Wiesen, alte Industriehallen und auch der Borsigturm sind die Spielorte auf dieser ungewöhnlichen Erkundungstour.

Lebendige Geschichte

Die Teilnehmer treffen dabei auf den Firmenchef Ernst von Borsig, auf Ingenieure und Arbeiter, aber auch Verschwörer und Widerstandskämpfer. Hier wird Geschichte lebendig! Nach dem Erfolg in den Vorjahren, gibt es jetzt eine Wiederaufnahme: Am 18., 19. und 25. Juni startet die Tour jeweils um 15 Uhr am Borsigtor, Berliner Straße 27; Dauer etwa2,5 Stunden. Karten kosten zehn bzw. ermäßigt sieben Euro; aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl wird eine Reservierung telefonisch ((030) 42 02 55 21, (0151) 10 76 96 88) oder per Mail (info@kirschendieb-perlentaucher.de) empfohlen.

red/jz / Bilder: Doris Hueser

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