Nicht mehr oberste Priorität

Thälmannpark: Die SPD Pankow reagiert auf den Dauerzoff.

Riesenkrach im Bezirksparlament um eine Brache. Im Bauauschuss stritten Fraktionen und Bürger leidenschaftlich darüber, was aus dem ehemaligen Güterbahnhof Greifswalder Straße werden soll. Einig war man sich nur beim Wunsch nach einem städtebaulichen Wettbewerb. Doch da hatten das Land Berlin und der Bezirk Pankow längst beschlossen, einen solchen Wettbewerb nicht auszuloben. Dass Baustadtrat Jens-Holger Kirchner dies wusste, es in besagter Sitzung aber nicht für nötig hielt, darauf hinzuweisen, brachte den sozialdemokratischen Kooperationspartner auf die Palme. „Als Anwohner würde ich mich verarscht fühlen“, wurde Mike Szidat (SPD) deutlich. Er unterstellte Kirchner gar vorsätzliches „Filtern, Vorenthalten und verspätetes Weiterleiten von Informationen“. Der Gescholtene verteidigte sich, er habe bereits im Februar – und sogar schriftlich – dazu informiert, nur zur Kenntnis habe es niemand genommen.

Rahmen strittig

Obwohl die BVV einstimmig an einem städtebaulichen Wettbewerb festhält, sind dessen Rahmenbedingungen strittig: Während die SPD-Fraktion das Entwicklungskonzept für den Thälmann-Park als Grundlage betrachtet, wollen Bündnis90/Grüne eine arg kritisierte Machbarkeitsstudie nutzen, um die Zahl der geplanten Wohnungen von 400 auf 600 zu erhöhen. Die Linksfraktion will bei den Planungen gänzlich von vorn beginnen. Die meisten Thälmannpark-Anwohner sind vor allem dagegen, dass ihre Parkplätze an der Lilli-Henoch-Straße bebaut werden. Aber sie fürchten auch eine zu große Verdichtung, die Errichtung eines Hotels und weitere gewerbliche Nutzungen.

Wegen des zeitraubenden Streits hat die SPD-Fraktion die Wohnbauung am Thälmannpark inzwischen von ihrer Liste der wichtigsten Bauprojekte im Bezirk gestrichen. Standorte wie Elisabethaue, Blankenburger Pflasterweg, das ehemalige Regierungskrankenhaus Buch oder Michelangelostraße scheinen schneller realisierbar. Das soll auch im demnächst erwarteten neuen Wohnbaukonzept für Pankow zum Ausdruck kommen. Inzwischen setzt die SPD mit der Idee neue Akzente, den Güterbahnhof westlich der Greifswalder Straße zu reaktivieren, um Berlins Straßen so um gut 9.200 Lkw jährlich zu entlasten. Das Bezirksparlament folgte dem Antrag zum Erhalt der Fläche als Güterumschlag- und Logistikanlage sowie als mögliche Verknüpfung von Eisenbahn, Straße und Güter-Straßenbahn.

Michael Hielscher / Bild: imago/Seeliger

WEITERSAGEN

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden. Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.

Schließen