Gegen Hinterzimmer-Klüngelei

„Aktive Bürger in Charlottenburg-Wilmersdorf“ stellen sich zur Wahl.

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„Der Bürger hat eine Stimme – und meine erhebe ich jetzt“, sagt Spitzenkandidatin Christine Wußmann-Nergiz

„Oeynhausen darf sich nicht wiederholen“, betont Christine Wußmann-Nergiz (66). Sie ist erbost, denn Berlins über 100 Jahre alte Kleingartenkolonie Oeynhausen in Schmargendorf droht der Kahlschlag mit anschließender Bebauung mit Wohnungen – obwohl die Bürger mehrheitlich dagegen stimmten. Die Spitzenkandidatin der Wählergemeinschaft „Aktive Bürger in Charlottenburg-Wilmersdorf“ will das verhindern. Das ist nur eins der Ziele der neuen Wählerunion des Bezirks, die „einen Klimawechsel in der Bezirkspolitik“ erreichen will. Dass sie viel erreichen kann, bewies sie mit dem Bürgerentscheid zum „Erhalt von Grünflächen“ in Charlottenburg-Wilmersdorf. Zusammen mit Bürgerinitiativen und Kleingärtenvereinen des Bezirks machte sich das Bündnis auf, die nötigen 7.500 Stimmen zu erhalten. Innerhalb von nur sechs Wochen unterschrieben 18.300 Bürger.

Als „eine Wahlalternative zu dieser Bezirkspolitik“ stellte sich die Wählergemeinschaft nun auf einer Einwohnerversammlung zu den Bebauungsplänen der Kolonie Oeynhausen vor. Die Gemeinschaft will durch den Einzug in die Bezirksverordnetensammlung (BVV) am 18. September eine „offene Zusammenarbeit von Bürgern, Verwaltung und Politik“ erreichen. Ein Ende der „Hinterzimmerklüngelei“, denn zu oft seien „die Würfel bereits gefallen“, bevor die Bürger informiert werden. Ziel ist insbesondere eine andere Stadtentwicklungspolitik, indem „der Denkmalschutz nicht aufgeweicht wird“, sämtliche Kleinkolonien erhalten bleiben und keine weiteren Grünflächen in Bauland umgewandelt werden.

Zu den derzeit 25 ehrenamtlichen Mitgliedern der am 30. April gegründeten Vereinigung zählen Historiker, IT-Experten, Soziologen und Bauschlosser. Derzeit treffen sie sich ein- bis zwei Mal pro Woche in Vereinen, Kiezbüros und Restaurants, um sich bekannter zu machen. Im Bezirk sind sie die einzige Wählergemeinschaft, berlinweit aber gibt es u.a. die „Wählerinitiative soziales Spandau“, „Wir in Neukölln“ oder in Steglitz-Zehlendorf die junge „Bürgerunion“. Deren Gründer Patric Neeser ist nicht nur enttäuscht von der Bezirkspolitik, er beklagt auch die „Gleichgültigkeit“ im Umgang mit dem Bürger.

Christina Praus / Bilder: Holger Jost

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