Dialog mit dem Fremden

Dadaismus in der Berlinischen Galerie.

Die Entstehung des Dadaismus jährt sich im Jahr 2016 zum 100. Mal. Mit einem breiten Spektrum neuer Ausdrucksformen und ästhetischer Strategien prägten die Dadaisten maßgeblich die Kunstentwicklung im 20. Jahrhundert. Anlässlich dieses Jubiläums beleuchtet die Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124-128, erstmals die dadaistische Rezeption außereuropäischer Kunst in ihrer neuen Ausstellung „DADA Afrika“. In fünf Sektionen werden rund 120 Werke aus nationalen und internationalen Sammlungen präsentiert.

Dadaistische Arbeiten treten in unmittelbaren Dialog mit afrikanischen, asiatischen und ozeanischen Artefakten. Mit spartenübergreifenden Inszenierungen aus Musik, Text und Tanz attackierten die Dadaisten den gängigen Kunstbegriff. Die Darbietungen sollten das Publikum schockieren sowie die Distanz zwischen Geschehen und Betrachter aufheben. Mit Bezugnahme auf das vermeintlich „Primitive“ wurden gleichzeitig Grenzen des eigenen Körpers und des Bewusstseins ausgelotet. Dadas revolutionäre Attacken auf den tradierten Kunst- und Kulturbegriff des frühen 20. Jahrhunderts eröffnete schon damals einen „neuen Blick“ auf das Andere. Vor diesem Hintergrund versteht sich die Ausstellung „DADA Afrika“ nicht zuletzt als musealer Beitrag zu den aktuellen Diskussionen über den Umgang mit fremden Kulturen.

red, Bild: VG BILD-KUNST, 2016

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