Alte und neue Geschichten

Veranstaltung: Einblicke in die Berliner Denkmallandschaft.

Um für den Denkmalschutz zu werben, begehen über 50 Länder Europas im August und September die sogenannten „European Heritage Days“. In Berlin wie in ganz Deutschland findet diese Veranstaltung am zweiten Septemberwochenende statt. Zum Tag des offenen Denkmals sind zwei Tage lang Gebäude und Denkmäler geöffnet, die teilweise sonst gar nicht zugänglich sind. Mit über 325 Denkmalen und über 1.000 Programmpunkten bietet Berlin mehr Entdeckungen zum Tag des offenen Denkmals als jede andere Stadt in Deutschland. Geführte Stadtspaziergange sind wieder dabei genauso wie interessante Offenes-Denkmal-Dauerbrenner wie in Kreuzberg der Bunker in der Friesenstraße oder die Fontane-Apotheke.

Chance nutzen

Das jährlich wechselnde Schwerpunktthema gewährt immer wieder neue Einblicke in die Berliner Denkmallandschaft. Beteiligen können sich alle, die ein Bau-, Boden- oder Gartendenkmal (im Sinne des Denkmalschutzgesetzes) öffnen, Führungen durch Denkmale, Ausstellungen, Konzerte, Kinderaktionen oder sonstige Programmpunkte im Denkmal anbieten wollen. Vor allem Besitzer sonst nicht öffentlich zugänglicher Gebäude können den Tag nutzen, um der Öffentlichkeit ihr Denkmal vorzustellen. Auch Denkmale, die wegen laufender Bauarbeiten geschlossen sind, können sich beteiligen und die Fortschritte der Restaurierung präsentieren. Das Motto 2016 lautet: Gemeinsam Denkmale erhalten. Im Mittelpunkt soll also das gemeinsame Arbeiten für die Erhaltung unseres kulturellen Erbes stehen. Das Haus des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes, Alte Jakobstraße 9, ist ein solches Baudenkmal. Es entstand 1929-30 nach Entwürfen des weltoffenen jüdischen Architekten Erich Mendelsohn. Es ist eine Ikone der Architekturmoderne und grenzt sich mit der klaren Formensprache deutlich von dem benachbarten, historisierenden Bau des Patentamtes ab. Trotz Veränderung und Kriegsschäden aus der Zeit des Nationalsozialismus befinden sich große Teile inzwischen wieder im Zustand der Bauzeit. Seit 2011 hat auch die Architektenkammer Berlin hier ihren Sitz. Zu Führungen mit Joachim Leidig und Peter Senft lädt die Architektenkammer Berlin am 10. September um 11, 13 und 15 Uhr. Treffpunkt ist im Foyer des Hauses. Hier wartet außerdem eine Ausstellung über den Architekten Erich Mendelsohn und das Gebäude selbst.

Hotline geschaltet

Weitere offene Denkmäler im Bezirk sind im Internet aufgelistet. Programmhefte können kostenfrei im Landesdenkmalamt Berlin (Klosterstraße 47, direkt am U-Bhf. Klosterstraße, montags bis freitags 7 bis 19 Uhr) abgeholt werden. Außerdem liegen diese in den Bürgerämtern und Hauptbüchereien der Bezirke aus. Zur persönlichen Beratung ist eine Hotline am kommenden Wochenende geschaltet (Samstag 10 bis 16 Uhr, Sonntag 10 bis 13 Uhr).

red, Bild: Wolfgang Bittner

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