Die Müll-Posse von Kladow

Umwelt: Straße und Schranke zu schmal für die Alba-Fahrzeuge.

Seit fast einem Jahr verkommt der Fählmannweg zum Schandfleck in Kladow. Am Straßenrand stapelt sich ein riesiger Berg von gelben Müll-säcken. Von Tieren zerfleddert, verteilt sich der Abfall inzwischen auf einer großen Fläche. Das Problem: Auf der engen Straße können die Alba-Müllfahrzeuge nicht wenden und an einem Ende wurde eine Schranke montiert, die zu schmal für die Laster ist.

Chaos beenden

„Deshalb will der Entsorger die mehr als 40 Häuser in der Sackgasse mit seinen Sammelfahrzeugen nicht anfahren und fordert stattdessen zum illegalen Ablegen von Müll auf. Dieses Abfall-Chaos muss umgehend beendet werden“, fordert der Spandauer Umweltpolitiker Daniel Buchholz (SPD). Als Grund verweist Alba auf die Statuten der Berufsgenossenschaft, die ein Rückwärtsfahren verbieten. Und die Wendemanöver auf dem 600 Meter langen, schmalen Fählmannweg seien Alba wohl zu riskant. „Obwohl andere Entsorger die Straße durchweg befahren“, schimpft Buchholz.

Alba wehrt sich

Die Kunden wurden von Alba aufgefordert, ihre Säcke selbst alle zwei Wochen am Entsorgungstag bis 6 Uhr früh den langen Weg bis an die Straßeneinmündung zu tragen. Dies sei gerade für ältere Anlieger eine echte Zumutung. Ein Vor-Ort-Termin brachte das Ergebnis, dass der bisherige Ablageplatz am Straßenrand nicht weiter benutzt werden darf. Bezirksstadtrat Stephan Machulik hat ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Alba wegen illegaler Nutzung von öffentlichem Straßenland zur Müllsammlung eingeleitet. Alba wehrt sich: „Wir dürfen nur 150 Meter rückwärts fahren und das nur in Ausnahmen, wir haben nämlich eine andere Berufsgenossenschaft als beispielsweise die BSR. Die Vorschriften verbieten das und außerdem sind unsere Fahrzeuge auch etwas breiter, als die BSR-Laster“, erklärt Henning Krumrey von Alba.

Die Anlieger hätten die schmale Schranke seinerzeit aus eigener Tasche bezahlt, eigentlich um die Durchfahrt von unbefugten Fahrzeugen zu verhindern. Mittlerweile gibt es einen Kostenvoranschlag für einen Umbau, der unter 1.000 Euro liegen soll. Wer den bezahlt, ist noch nicht geklärt. Alba bittet um zwei bis drei Wochen Aufschub bis zur endgültigen Klärung.

anke walter, Bild: SPD

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