Ein neuer Kiez für Spandau

Pepitahöfe sind größtes Wohnungsprojekt.

Rund um die Streit-, Mertens-, Goltzstraße und den Kubeweg entsteht ein neuer Kiez für Spandau. Auf dem 60.000 Quadratmeter großen Gelände war jetzt die feierliche Grundsteinlegung für 1.024 neue Wohnungen. Die sogenannten Pepitahöfe sind das zurzeit größte Wohnungsbauprojekt in Berlin und gleichzeitig das erste Neubauvorhaben von Degewo und Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) in Spandau. Insgesamt werden 200 Millionen Euro investiert.

Wenig Zeit

Auf dem Gelände an der Oberhavel hatten die Engländer 1938 einen Gebäudekomplex der ehemaligen Reichswollverwertung GmbH mit seinen Hallen als Haig Barracks zu Lagerzwecken und die ehemalige Verwaltung des Unternehmens als Casino genutzt. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Nach der Beseitigung von defekten Tanks und geschmolzener Dachpappe im Boden, nach der Umwandlung des ehemaligen Gewerbegebietes in ein Wohngebiet und einem Marathon zur Beurkundung kann es jetzt endlich losgehen. Viel Zeit bleibt für das Mammut-Projekt nicht: Bereits in zwei Jahren sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. „Die Pepitahöfe sind ein positives Beispiel für die Kooperation zwischen landeseigenen Wohnungsbauunternehmen und privaten Investoren“, sagte Senator Andreas Geisel bei der Grundsteinlegung. Degewo und WBM haben das schlüsselfertige Wohnungsprojekt von den Entwicklern KIM und MHMI erworben. Der Entwurf sieht eine Blockrandbebauung mit begrünten Innenhöfen vor. Die bis zu sechsgeschossigen Wohngebäude bieten rund 75.000 Quadratmeter Wohnfläche für Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen (41 bis 111 Quadratmeter). „25 Prozent der Wohneinheiten sollen gefördert werden, sodass Nettokaltmieten ab sechs Euro pro Quadratmeter angeboten werden können, die Durchschnittsmiete soll bei 9,50 Euro liegen“, bestätigte WBM-Geschäftsführerin Christina Geib. Das überwiegend autofreie Quartier verfügt über 480 Tiefgaragenplätze, 530 Quadratmeter Gewerbefläche und 2.000 Quadratmeter Spielplatzfläche. Mit der BVG wurden bereits höhere Frequenzen für die Buslinien vereinbart. Übrigens: Die Höfe wurden nach der spanischen Tänzerin Pepita de Oliva benannt, die Mitte des 19. Jahrhunderts ein Schlösschen in Hakenfelde bewohnte.

Anke Walter, Bild: Tina Merkau

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