Oskar-Verleihung soll ein Ende haben

Schule: SPD will ehemalige Oskar-Schindler-Schule zurück in den Bezirk holen.

Lichtenberg boomt, das macht sich immer stärker auch bei den Schülerzahlen bemerkbar: Bis zum Schuljahr 2019/20, so prognostiziert es das Bezirksamt, werden hier fast 28.000 Kinder und Jugendliche die Schulbank drücken, 4.000 Schüler mehr als momentan. Kein Wunder, dass es eng wird in den Klassenzimmern. „Lichtenberg am Limit“ schrieb sogar der „Focus“ angesichts der Tatsache, dass der Unterricht im Bezirk häufig in Schulcontainern stattfindet.

Trend umgekehrt

Weil der Trend auch vor Hohenschönhausen nicht halt- macht, will die SPD hier eine ehemalige Schule reaktivieren. „Wir wollen Oskar“ lautet die Kampagne, mit der die Abgeordnete Karin Halsch und der Bezirksverordnete Dirk Liebe (beide SPD) die Oskar-Schindler-Schule wieder zum Oberschulstandort machen wollen. 2008 wurde die Schule mit der Fritz-Reuter-Schule zusammengelegt und der Standort dem Senat übergeben. „In Hohenschönhausen-Nord reichen die Oskar-Schindler-Schule und die Fritz-Reuter-Schule aus, um vierzehn 7. Klassen aufzunehmen – in diesem Jahr waren es Schüler für sechs 7. Klassen“, erläuterte der damalige Bildungsstadtrat Michael Räßler-Wolff (Die Linke.PDS) bereits 2006. Schon damals sei die Entscheidung kritisiert worden, heißt es nun von Halsch und Liebe. Heute hat sich der damalige Trend in jedem Fall umgekehrt; mittelfristig werden auch die Zahlen der Oberschüler steigen. „Wenn die Schule wieder in die Zuständigkeit des Bezirks zurückgeholt werden kann, wäre das eine schnell umsetzbare und vor allem billigere Lösung als Neu- oder Ergänzungsbauten“, meint etwa Karin Halsch. Allerdings befinden sich in dem Gebäude mittlerweile mehrere Oberstufenzentren. „Für die derzeit in dem Gebäude untergebrachten OSZ muss zunächst ein adäquater Ersatzstandort gefunden werden“, meint Halsch. Den älteren Schülern könne aber eher ein längerer Schulweg zugemutet werden als den potentiellen Schülern der Sekundarstufe I in einer wiedereröffneten Oskar-Schindler-Schule.

Idee begrüßt

Damit eine solche Wiedereröffnung wahr wird, suchten die Politiker das Gespräch mit Bezirksamt und Senatsverwaltung. Noch sitzen hier mit Schulstadträtin Kerstin Beurich und Bildungssenatorin Sandra Scheeres Parteifreunde an den wichtigen Hebeln. „Beide haben signalisiert, dass sie der Idee offen gegenüber stehen“, sagt Halsch. Zumindest in der Senatsverwaltung wird das Thema ohnehin bald auf den Tisch kommen. Das Bezirksamt solle mit ihr Gespräche führen, damit die Schindler-Schule „wieder als allgemeinbildende Schule installiert und in die Zuständigkeit des Bezirks Lichtenberg übernommen wird“, beschloss jüngst auch das Bezirksparlament.

Philip Aubreville, Bild: Henning Fahrenberg

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