Die Erinnerung lebt im Kiez

Holocaust: Neun weitere Stolpersteine und ein Theaterstück im Heimathafen.

Zur Erinnerung an jüdische Neuköllnerinnen und Neuköllner, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden, lässt der Künstler Gunter Demnig (das Foto zeigt ihn bei einer von vielen Gedenkaktionen in diesem Jahr) am 15. November neun neue Stolpersteine ins Straßenpflaster ein. In der Emser Straße 109 werden um 10.30 Uhr drei Steine für Erna, Margot und Willy Pese verlegt. Alle drei wurden am 27. November 1941 nach Riga deportiert und wenige Tage später bei einer Massenerschießung Stadtteil Rumbula ermordet.

Um 11 Uhr setzt Gunter Demnig drei Stolpersteine für Simon, Felicitas und Wolfgang Luft vor dem Haus der Karl-Marx-Straße 16-18 ein. Simon Luft wurde am 14. November 1941 nach Minsk deportiert und dort umgebracht. Seine beiden Kinder Felicitas und Wolfgang flohen 1938 mithilfe eines „Kindertransports“ in die Niederlande. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht, am 10. Mai 1940, wurden die beiden Kinder aus dem Internierungslager Westerbork über das KZ Theresienstadt in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Wolfgang wurde dort im Oktober 1944 ermordet. Seine Schwester Felicitas erlebte am 27. Januar 1945 die Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee, verstarb aber bereits am 28. Februar 1945 an den Folgen des Leidens im Konzentrationslager. Um 11.20 Uhr wird ein Stolperstein für Paul Leske vor dessen früherem Wohnort am Kottbusser Damm 77 verlegt. Paul Leske wurde wie Familie Pese am 27. November 1941 nach Riga deportiert und am
30. November 1941 in Rumbula ermordet. Um 11.30 Uhr werden zwei weitere Stolpersteine für Hedwig und Emil Wolff vor dem Haus in der Sanderstraße 23 eingesetzt. Beide wurden am 19. Januar 1942 nach Riga deportiert und dort umgebracht.

Opfer ausgeplündert

Die Habseligkeiten aller neun Opfer wurden vor deren Deportation konfisziert, im Saalbau Neukölln eingelagert und anschließend an „arische“ Neuköllner weitergegeben. Die Saalbau Neukölln Kultur&Veranstaltungs GmbH hat gemeinsam mit Unterstützern die Geschichte des Saalbaus in der NS-Zeit aufgearbeitet und stieß dabei auf die Schicksale dieser Menschen und spendet nun die Steine zu deren Gedenken. Ausgangspunkt der Recherchen war die Arbeit am Theaterstück „Aktion N! Ein Neuköllner NS-Untersuchungsausschuss“. Anlässlich der Stolpersteinverlegung werden Ausschnitte des Stücks am 17. November erneut im Heimathafen Neukölln (Karl-Marx-Straße 141) präsentiert. Im Anschluss findet eine Podiumsdiskussion zum Thema: „Es lebe die Demokratie! Strategien gegen Rechtspopulismus“ statt. Der Beginn ist um 19.30 Uhr.

Weitere Informationen

Telefon: (030) 627 277 720
E-Mail: stolpersteine@museum-neukoelln.de

red, Bild: imago/Hartenfelser

 

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