Junges Gesicht für die Alte Post

Stadtplanung: An der Havel entsteht ein Quartier mit Wohntürmen, Hotels und Fußgängerpromenade.

Aus der Alten Post wird das „Spandauer Ufer“: Ein modernes neues Quartier mit Wohntürmen, Hotels und Fußgängerpromenade. 20 Jahre lang dämmerte das Filetgrundstück zwischen Arcaden und Havel vor sich hin, verkam zu einem der größten Schandflecke des Bezirks. Jetzt wird das riesige Areal zu neuem Leben erweckt. Die Pläne eines Kölner Architektur-Büros können alle Spandauer ab sofort im Rathaus einsehen. Die Fertigstellung des Spandauer Ufers ist für 2021 geplant. Vorgesehen sind drei Hochhäuser: 80, 60 und 30 Meter hoch. „80 Meter ist auch die Obergrenze, die Gebäude sollen nicht höher als das Rathaus werden“, erklärt der Leiter des Stadtentwicklungsamtes, Markus Schulte.

Eine Fußgängerpromenade zieht sich bis zur Klosterstraße, an der ein etwa 30 Meter hohes Ärzte- und Geschäftshaus entstehen soll. Dazwischen ist ein Hotel geplant. Ein weiteres Hotel steht an der Kreuzung Kloster- und Ruhlebener Straße. Für beide Herbergen ist eine Kapazität von 400 Zimmern vorgesehen. In mehreren Wohntürmen sollen rund 300 Wohnungen entstehen. Mit 30.000 Quadratmetern macht der Wohnungsbau knapp die Hälfte des Areals aus. Für Läden und Geschäfte sowie Freizeit- und Fitnesseinrichtungen sind die Erdgeschosse und teils auch die ersten Obergeschosse vorgesehen. „Wir legen großen Wert darauf, dass der vorgesehene Einzelhandel nicht in Konkurrenz zur Altstadt steht. Das Angebot ist interessant für Mieter, die mehr Platz brauchen, als in der Altstadt möglich ist. 10.000 bis 12.000 Quadratmeter Verkaufsfläche sind vorgesehen und im Untergeschoss 300 Tiefgaragenplätze“, sagt Schulte. Die Gebäude sind durch eine Fußgängerzone verbunden, die sich in Richtung Havel verbreitert und in Stufen zu einem begrünten Uferplatz hinabführt. Hier ist hochwertige Gastronomie geplant. „Dabei denken wir speziell an die jüngeren Leute. Das fehlt in Spandau nämlich“, so Schulte. Wunschmieter sind also nicht die üblichen Burger-Ketten, sondern mehr stylische Edel-Italiener.

Vieles ist noch nicht durchdacht, Änderungen möglich. Mit dem Abriss der Post wird voraussichtlich 2017 begonnen, Anfang 2018 soll das Baurecht vorliegen. Bis zum 16. Dezember läuft die erste Bürgerbeteiligung, in der die Spandauer ihre Anmerkungen einbringen können. Die Pläne können montags bis samstags, 8.30 bis 16.30 Uhr (freitags bis 15.30 Uhr), im Rathaus, Zimmer 255, eingesehen werden.

Anke Walter, Bild: STOC ARCHITECTS AND PLAN

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