Verkehrschaos nach Sieg

Fußball: Verband kritisiert Spitzenspiel im Schienenersatzverkehr.

Die Interessengemeinschaft Eisenbahn, Nahverkehr und Fahrgastbelange Berlin e.V. (IGEB) kritisiert die Fußballfunktionäre. Denn während Anfang Dezember an einem Montagabend das Zweitliga-Spitzenspiel zwischen Union Berlin und Braunschweig An der Alten Försterei stattfand, legten Bauarbeiten die S-Bahn-Linie S3 zwischen Ostkreuz und Erkner lahm. Bei Schienenersatzverkehr und 22.000 Zuschauern war das stundenlange Verkehrschaos programmiert. Immerhin seien bei der S 47 acht statt vier Wagenzüge eingesetzt worden, sagt IGEB-Sprecher Jens Wieseke. Eine Masse an Leuten habe sich allerdings zu Fuß auf den Weg gemacht.

Alternativen nicht genutzt

„Es ist nicht das erste Mal, dass die Deutsche Fußball-Liga bei der Festlegung der Spieltage keine Rücksicht auf lange geplante S-Bahn-Bauarbeiten nimmt“, schrieb der IGEB bereits vor dem Spiel. Dabei stünden gerade bei Spielen der 2. Bundesliga sogar von Freitag bis Montag vier Spieltage zur Verfügung. Ein Vorziehen des Union-Spieles hätte demnach das für Montagabend bevorstehende Verkehrschaos vermeiden oder zumindest vermindern können. Auf der anderen Seite ist auch fraglich, wieso die Baumaßnahme an der S-Bahn-Linie nicht um einen Tag verlegt werden konnte. Der 1. FC Union Berlin plant außerdem, sein Stadion von 22.000 auf etwa 35.000 Zuschauerplätze auszubauen. Der Verband sieht dabei den Senat und das Bezirksamt Treptow-Köpenick in der Pflicht: Eine Baugenehmigung für den Stadionumbau dürfe es nur bei Ausbau der Verkehrsinfrastruktur geben. Denkbar wäre dabei ein westlicher Abgang am S-Bahnhof Köpenick, eine neue Straßenbahn-Endstelle „Alte Försterei“ sowie die Verdichtung der Takte bei der S-Bahn-Linie S47 und den Straßenbahnlinien 27, 60 und 67.

Kritik an Hertha

„Dass so mancher Fußballfunktionär nicht verstanden hat, wie wichtig die öffentlichen Verkehrsmittel für das Gelingen eines Fußballspieles sind, beweist gerade auch Hertha BSC“, heißt es vom IGEB. Die Idee, ein neues Stadion außerhalb Berlins abseits von leistungsfähigen S- und U-Bahn-Linien zu bauen, ist fahrgastfeindlich und verkehrs- sowie umweltpolitisch absurd. Oder gehen die Verantwortlichen davon aus, dass künftig die Besucherzahlen im Stadion vernachlässigbar sind, weil das Geld im Wesentlichen mit Fernsehrechten verdient wird?

red, Bild: Ulf Teichert

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