Gericht versenkt die schwimmenden Häuser

Stadtplanung: Senat zieht die Genehmigung für die „Floating Lofts“ in der Rummelsburger Bucht zurück.

Sie wurden als das visionäre Wohnkonzept der Zukunft gefeiert: Die schwimmenden Häuser auf dem Rummelsburger See. In Amsterdam, London oder auch in Hamburg ist das Wohnen auf dem Wasser schon lange Realität, da der Platz in den Städten immer knapper wird. In Berlin wird dieses innovative Immobilien-Projekt erst einmal nicht umgesetzt. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz hat sechs Jahre nach Vertragsabschluss mit dem Bauunternehmen seine Meinung geändert. Die untere Wasserbehörde weigert sich, eine Genehmigung für die schwimmenden Häuser auszustellen.

Kontaminierter See

cr_lvs_fr_floating-houses-1Arthur Fischer, Architekt der sogenannten „Floating Lofts“, klagte gegen diese Maßnahme vor dem Verwaltungsgericht. „Wir haben mehrmals versucht mit Behörden und Verantwortlichen Kontakt aufzunehmen, leider immer vergeblich.“, so Fischer. Jetzt scheint das Projekt endgültig gescheitert, die Klage wurde abgewiesen. „Das Vorhaben beeinträchtige das Wohl der Allgemeinheit“, heißt es in einer Stellungnahme des Verfassungsgerichts. Gründe für die plötzliche Ablehnung der Genehmigung seien die schädlichen Umwelteinflüsse, die ein Risiko für gesunde Wohnverhältnisse darstellen. „Trotz der seit den 90er-Jahren erfolgten Sanierung ist der See immer noch flächendeckend und extrem hoch kontaminiert“, sagt Birgit Monteiro, Bezirksbürgermeisterin von Lichtenberg. Eine Forschungsgruppe der Technischen Universität Berlin fand Schwermetalle und organische Schadstoffe am Boden des Rummelsburger Sees. Außerdem sei nach Meinung des Verfassungsgerichts, Wohnen auf Gewässern in Berlin generell nicht erwünscht.

Gespräche folgen

Fischer hält die Reaktion des Senats noch immer für fragwürdig. „Meiner Ansicht nach wird nach Argumenten gesucht, um den Bau zu verhindern und um uns verantwortlich zu machen“, so der Architekt. Er lässt jedoch nicht locker und wird im neuen Jahr erneut den Kontakt mit den Behörden suchen, denn der Vertrag steht nach wie vor. Für ihn sei es ein eindeutiger Kommunikationsfehler, der geklärt werden müsse, schließlich sei das Projekt mit hohen Kosten verbunden. Fischer: „Eine klare Stellungnahme hätte ausgereicht. Stattdessen sind wir zu einem Prozess gezwungen worden, den wir gar nicht wollten.“

Marley Lackermann, Bilder: Arthur Fischer Architekten

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