Proteste gegen Neubau

An der Rigaer Straße sollen neue Wohnungen entstehen – Anwohner sind dagegen.

Auf eine Baugenehmigung wartet momentan die CG Gruppe, ein Berliner Immobilienunternehmen, um unter dem Namen „Carré Sama Riga“ an der Rigaer Straße 71-73 Neubauwohnungen errichten zu können. Das Projekt im Friedrichshainer Nordkiez ist heiß diskutiert. 133 Wohnungen und vier Gewerbeeinheiten sollen hier entstehen. Täglich um 19 Uhr treffen sich Gegner des Projektes vor dem Baugrundstück und scheppern zehn Minuten lang mit Töpfen und Pfannen und anderem Geschirr, so laut sie können. Sie scheppern gegen „Gentrifizierung, Mieterhöhungen durch Luxusbau, Eigentumswohnungen und den ganzen Wahnsinn in der Rigaer 71-73 und drumrum, samt der Diskriminierung eines ganzen Kiezes durch Politik und Bauherren“. Mit diesen Worten laden sie auf Laufzetteln an Haustüren im Samariterkiez zur Teilnahme ein.

Keine Freunde

„In einer der gefragtesten Kiez-Lagen von Berlin – im Samariter-Viertel – bereitet die CG Gruppe ein weiteres, anspruchsvolles Projekt vor“, heißt es auf der Website der CG Gruppe. Eine Mischung aus anspruchsvollem Wohnen und szene-typischer Kunst-, Kultur- und Arbeitswelt solle hier entstehen. Mieten zwischen 11 und 13 Euro Quadratmeterpreis sind vorgesehen. Vorbereitet wird das Grundstück bereits, auf dem eine ehemalige Möbelfabrik steht. Das gelbe Altbaugebäude und die rote Stadtmauer bleiben stehen, der Rest wird abgerissen. Viele Anwohner sind von den Plänen gar nicht begeistert. Diverse Informationsveranstaltungen mit dem Bauherrn zeigten, dass die CG Gruppe und die Projektgegner aus der Rigaer wohl keine Freunde mehr werden. „Wenn die CG Gruppe für die zahlungskräftige Kundschaft propagiert, es gehe nicht nur um Grundstücke, sondern um die Veränderung ganzer Stadtteile, sollten wir das als Kampfansage verstehen“, heißt es auf der Website der Initiative „Nordkiez lebt“. Es geht ihnen um Solidarität, den „Bau von bezahlarem Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen“. Außerdem kämfen sie gegen den Erhalt eines öffentlich zugänglichen Freiraums im Wohngebiet. Das Gelände war bis zuletzt Wirkungsstätte für Kulturschaffende und Künstler.

Genehmigung durchwinken

Die im Zuge der Bauvorbereitungen durchgeführte öffentliche Bürgerbeteiligung, bei der Anwohner die Baupläne einsehen und Kritik äußern konnten, halten die Protestierenden für eine Farce. Auf Nachfrage des Berliner Abendblattes bei Baustadtrat Florian Schmidt (Die Grünen), inwiefern die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung in die weiteren Schritte zur Baugenehmigung einfließen, heißt es: „Die Hinweise und Stellungnahmen, die im Rahmen der öffentlichen Auslegung eingegangen sind, werden derzeit ausgewertet und müssen abgewogen werden. Nach erfolgter Beschlussfassung der BVV und der erforderlichen Rechtsprüfung durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung könnte das Bebauungsplanverfahren festgesetzt werden.“ Zu dem weiteren Vorgehen wolle Schmidt sich zu jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. „Ein genaues Datum für eine Entscheidung ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht zu benennen. Hierzu sind sowohl das Bezirksamt sowie die Gremien der BVV einzubinden.“ Die Initiative befürchtet jedoch, dass die Baugenehmigung „im März mal ganz locker durchgewunken wird“.

Fast 35 Millionen Euro investiert die CG Gruppe in das Projekt an der Rigaer 71-73. Ein Kaufangebot des gegenüberliegenden Geländes, auf dem bis vor Kurzem ein Lidl-Supermarkt beheimatet war, lehnte das Unternehmen ab.

sara, Bild: Sara Klinke

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