Der Tod der Techno-Legende

Kultur: Der Electro-Club Magdalena wurde vom Matrix übernommen. Jetzt befürchten viele einen weiteren Touristenschuppen.

Berlins Techno-Fans sind geschockt. Seit Anfang des Jahres gibt es den legendären Electro-Club Magdalena nicht mehr. Die Location an der Elsenbrücke in Friedrichshain wurde im Rahmen eines Insolvenzverfahrens von der Matrix Club & Event GmbH geschluckt.

Fans bestürzt

Große Aufregung und Bestürzung bei den Magdalena-Freunden im Netz: „Nicht schon wieder einen Electro-Club weniger!“ und „Ich hoffe die neuen Betreiber machen aus dem Magda kein zweites Matrix“, posten sie in ihren Kommentaren auf Facebook. „Die Magdalena war bisher ein alternativer Club für jedermann, der zu Techno-Musik tanzen wollte“, sagt Geschäftsführer Daniel Mizgalski. Das Matrix hingegen, bekannt aus der RTL2-Serie „Berlin Tag und Nacht“, hat ein breites Musikangebot und ist vor allem Anlaufpunkt für Touristen. Mit welchem Konzept es jetzt an der Elsenbrücke weitergehen soll, ist noch völlig unklar. Dazu wollte sich der neue Betreiber nicht äußern. Aber viele befürchten einen weiteren reinen Touristen-Schuppen.

Finanzielle Schieflage

Wie kam es zum Aus für die Techno-Legende? Im Frühjahr 2014 musste Magdalena die alten Räume an der Schillingbrücke für einen anderen Club räumen. Fast zwei Jahre dauerte es, bis der Techno-Club dann endlich im Februar 2016 wieder eröffnet werden konnte. Dadurch geriet die Magdalena in finanzielle Schieflage, musste schließlich Insolvenz beantragen. Im Rahmen dieses Verfahrens kam es zum Streit zwischen dem Betreiber und dem Insolvenzverwalter. „Ursprünglich sollte ein Übergang des gesamten Betriebes in Zusammenarbeit mit uns stattfinden, sodass einige Investoren aus unserem Kreis entsprechend berücksichtigt werden, um so einen Fortbestand des gesamten Konzeptes zu ermöglichen“, heißt es auf der Facebook-Seite des Magdalena. Aufgrund der hohen Anzahl der Interessenten, habe der Insolvenzverwalter die Rechte der bisherigen Eigner am Gewerbebetrieb des Clubs ignoriert. „Am Ende wurde alles, was wir uns aufgebaut haben für einen Spottpreis verkauft“, so Mizgalski. Das Matrix zahlte 270.000 Euro, obwohl es durchaus Investoren gab, die in Kooperation mit dem Magdalena standen und deutlich mehr Geld geboten hätten. „Auch die Zusagen des Insolvenzverwalters, dass der Betrieb vorerst wie gewohnt weiterlaufen könne und die Arbeitsplätze erhalten blieben, seien nicht eingehalten worden. Stattdessen tauschte Anfang des Monats ein Sicherheitsunternehmen sogar die Schlösser aus und forderte das Magdalena-Team auf, das Gebäude zu räumen und umgehend zu verlassen. Außerdem habe der neue Besitzer alle Veranstaltungen für Januar abgesagt und den Club bis auf weiteres dichtgemacht.

Marley Lackermann, Bild: imago/Olaf Wagner

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