Vier Jahre wird‘s eng

Verkehrsprojekt: Die Oranienburger Straße in Wittenau wird grundlegend saniert.

Die Oranienburger Straße ist fällig: Jahrelang wurde nur geflickt, Grundlegendes geschah nicht. Mehrere Buslinien führen hier durch, das Lkw-Aufkommen ist hoch. Der wachsende Verkehr nagt zusehends am Pflaster der wichtigen Verkehrsverbindung. Mit normaler Straßenunterhaltung ist da nichts mehr zu machen. Deshalb wird seit drei Jahren ihre Komplettsanierung zwischen der Tessenowstraße an der Karl-Bonhoeffer-Klinik und der Wittenauer Straße hinterm S-Bahnhof Wittenau geplant. Auf dem zwei Kilometer langen Teilstück werden die maroden Fahrbahnen erneuert, durchgängige Radwege angelegt, Gehwege verbreitert, Wasserleitungen und Kanalisation neu verlegt, Ampelanlagen umgebaut. Fast zehn Millionen Euro nehmen Stadt und Bezirk dafür in die Hand.

Geld ist da

Autohändler Axel Belger sieht noch Gesprächsbedarf

„Jetzt geht’s los“, bekräftigt Baustadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU). „Das Geld ist da, die Planungen rund. Es wird gleichzeitig im südlichen und im nördlichen Abschnitt gebaut. Wir sperren nicht komplett, jede Fahrtrichtung behält eine Spur. Natürlich sind bei der einseitigen Verkehrsführung, dem Baulärm und dem zeitweiligen Wegfall von Parkplätzen Erschwernisse für Bewohner und Ladeninhaber unvermeidbar. Dafür bitten wir um Verständnis.“ Verständnis erhofft sie sich auch für das Fällen der rund 100 Bäume auf dem breiten Mittelstreifen zwischen Rodernallee und Tessenowstraße. Das geschieht bereits im Februar, denn die Bäume müssen vor Beginn der Brutzeit weg sein. „Der Streifen bleibt, wird aber schmaler. Kein Platz mehr für große Bäume. Doch es wird Ersatz in Form kleinerer Gewächse geben“, verspricht Schultze-Berndt. Auch die meisten Parkplätze am Straßenrand kehren zurück. Und auch dies ist gut für die Anlieger: Flüsterasphalt wird die Lärmemissionen
deutlich reduzieren.

Anrainer kritisch

Doch nicht alle sind glücklich über die aufwändige Sanierung, denn erst 2021 soll alles fertig sein. Im Berufsverkehr wird’s hier auf Jahre noch enger; Geschäftsleute befürchten weniger Kundschaft. Betroffen auch das Nissan-Autohaus Wegener am S-Bahnhof Wittenau, das seine Autos auf dem schmalen Stück zwischen Gebäude und Straße präsentiert. „Klar muss die Oranienburger saniert werden. Doch dafür sollen wir einen Meter unserer Fläche hergeben. Geht gar nicht, denn dann könnten wir die Autos nicht mehr stellen“, sagt Filialleiter Axel Belger. Platz entstünde hingegen, wenn die drei großen Bäume vor dem Autohaus gefällt würden. „Wir sorgen für Ersatzpflanzungen“, verspricht er. Über diesen Deal verhandelt er derzeit mit dem Bezirksamt. „Ich bin optimistisch, denn bisher liefen Gespräche und Informationen über das Bauvorhaben eigentlich ganz gut“,
so Belger.

Jürgen Zweigert, Bilder: Jürgen Zweigert / Privat

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