Teurer Wohnen in Neukölln

Wohnungsmarkt: Senat reglementiert Preisniveau der Gesellschaften.

Der neueste Wohnmarktreport für Berlin, den die CBRE gemeinsam mit der BerlinHyp herausgibt, belegt: In Neukölln gab es bei den Neuvermietungen 2015 eine durchschnittliche Mietsteigerung von 17,1 Prozent. Das war bei Weitem der größte Mietkostenzuwachs in ganz Berlin. „Die Situation auf dem Wohnungsmarkt verschärft sich offenbar weiter. Bislang noch preiswertere Quartiere haben die höchsten Steigerungen bei den Angebotsmieten. Eine Wohnung mit 5 bis 6 Euro pro Quadratmeter nettokalt zu finden, ist zu einem Glücksspiel geworden“, erklärt dazu der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Reiner Wild in einer Pressemitteilung. „Wir müssen erneut feststellen, dass weder der angewachsene Neubau noch die Instrumente zur Mietendämpfung, wie zum Beispiel die Mietpreisbremse, auf dem Wohnungsmarkt wirken.“

Hohe Preise

Eine Tatsache, die auch Mieter hier im Bezirk deutlich zu spüren bekommen. Und das, obwohl auch städtische Wohnungsbaugesellschaften für eigentlich moderatere Preise einstehen müssten.Zwischen 5,91 Euro und 13,67 Euro pro Quadratmeter musste für Mietwohnungen im Jahr 2016 bezahlt werden. Mit einer Durchschnittsmiete von 9,47 Euro rangiert der Bezirk allmählich in die teure Spitzengruppe im berlinweiten Vergleich – ein Preis, der mit dieser anhaltend steigenden Entwicklung bald für viele Mieter nicht mehr zahlbar sein dürfte. In dieses Szenario platzte Ende der vergangenen Woche die für viele Mieter erlösende Nachricht von Seiten der Wohnungsbaugesellschaften, in der sie sich verpflichten, ab sofort bis zum Abschluss einer Kooperationsvereinbarung keine weiteren Mieterhöhungen mehr auszusprechen. Senatorin Kathrin Lompscher (Die Linke) hatte diese Sache bereits zu ihrem Wahlkampfthema gemacht und jetzt durchgesetzt. „Ich bin erfreut darüber, dass die landeseigenen Gesellschaften einen Weg suchen, damit auch die Mieterhöhungen, die bereits ab dem 1. Januar in Kraft getreten waren, unter die Neuregelung fallen zu lassen. Damit werden die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften mit ihren mehr als 300.000 Wohnungen ihrer Rolle als wichtige Akteure einer sozialen Wohnungspolitik gerecht“, erklärte dazu die Senatorin.

Neubau forcieren

Auch Finanzsenator Kollatz-Ahnen, der über das wirtschaftliche Wohl der städtischen Wohnungsgesellschaften zu wachen hat, zeigte sich zufrieden mit der bislang erreichten Lösung: „Die Erklärung der Wohnungsbaugesellschaften ist gut. Faktisch bedeutet sie die Orientierung an zwei Prozent Mietsteigerung jährlich. Das vergrößert Jahr für Jahr das Segment der preisgünstigen Wohnungen. Gleichzeitig ist die Wirtschaftlichkeit gesichert, da Inflation bzw. Mehrkosten entgolten werden und die Wohnungsbaugesellschaften ihr ehrgeiziges Neubauprogramm fortsetzen können“, erklärt der Senator mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen mit den Wohnungsgesellschaften.

red/mh/ylla, Bild: Stefan Bartylla

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