Neuer Streit ums Pankower Tor

Grüner Verkehrspolitiker stellt aktuelle Planung in Frage.

Um die künftige Bebauung zwischen dem S-Bahnhof Pankow und dem Autobahnzubringer deutet sich neuer Streit an. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Abgeordnetenhaus, Stefan Gelbhaar, stellt die aktuelle Planung für das Pankower Tor in Frage.

Ohne Parkplätze

Das Projekt müsse ganz neu gedacht werden. In Berlin gebe es keinen Mangel an Möbelmärkten, sondern an Wohnungen und Grünflächen, sagte der Politiker am Montag während einer Veranstaltung seiner Partei im Zimmer 16. Für die bisherigen Pläne von Kurt Krieger für das geplante Einkaufszentrum und die Möbelhäuser sei bis heute kein schlüssiges Verkehrskonzept vorgelegt worden. Wenn es nach ihm ginge, „gibt es entweder ein Möbelhaus ohne Parkplätze oder kein Möbelhaus“, so Gelbhaar. Die Frage sei nicht, was der Bauherr wolle, sondern was die Stadt brauche. Da für das riesige Grundstück noch kein Baurecht besteht, könne Berlin noch viel Einfluss nehmen. Ob Krieger wirklich Investor werde oder „nur“ Eigentümer des Grundstücks bleibe, sei noch keine ausgemachte Sache. Krieger hatte die rund 400.000 Quadratmeter große Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs 2009 erworben. Über den Kaufpreis ist nichts Offizielles bekannt, gerüchteweise war es eine niedrige zweistellige Millionensumme. Der Wert dürfte bereits deutlich gestiegen sein, spätestens wenn das Grundstück bebaut werden darf, wird er sich vervielfachen.

Kieze entlasten

Die momentanen Pläne sehen den Bau von zwei Schulen, einem großen Einkaufszentrum am S-Bahnhof, rund 1.000 Wohnungen und Möbelhäusern vor. Über das Wie und Wo streiten Krieger, Bezirk und Senat schon seit Jahren. Im Zimmer 16 ging es neben dem Pankower Tor auch um den Verkehr in Pankow. Der neue Stadtrat Vollrad Kuhn skizzierte seine Vorstellungen für die kommenden Jahre. So sollen die Kieze vom Durchgangsverkehr entlastet, die Bedürfnisse von Fußgängern und Radfahrern stärker berücksichtigt und der Öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden. Auch der ruhende Verkehr und die Platzverschwendung durch abgestellte Autos sei ein Problem. Den Luxus kostenloser Parkplätze werde es schon in wenigen Jahren nicht mehr geben, so Kuhn. Man müsse aber auch berücksichtigen, dass nicht alle Menschen zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren können.

Klare Kante

Während sich von Krieger niemand äußern wollte, hat Kersten Meyer im Blog-Kommentar eine klare Meinung: „Ich kann es nicht fassen, die Grünen mutieren zur Verhinderungspartei, einfach unwählbar. Kein Wort von den 1.000 Wohnungen, die Herr Krieger bauen will, kein Wort zu den Schulen, von der Straßenbahnanbindung, von den ersehnten Einkaufsmöglichkeiten, der Fahrradtiefgarage, der Lärmschutzwand zur Bahnlinie etc.“

Hanno Hall/mh, Visualisierung: Kriegerbau

 

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