Starkes Team ganz oben

Das Berliner Abendblatt hat ein neues Zuhause. Wie Berliner Zeitung und Berliner Kurier wird es jetzt auch in Kreuzberg produziert.

Neues Zuhause: Das Feratti-Haus in der Alten Jakobstraße

Haben Sie eigentlich bemerkt, dass wir mit dem Berliner Abendblatt umgezogen sind? Wenn nicht, dann ist uns das nur recht. Weil das nämlich bedeutet, dass all das ziemlich glatt gegangen ist, was bei so einer überaus komplexen Aktion leicht hätte schief gehen können. Was die Kollegen unserer Schwesterblätter Berliner Zeitung und Berliner Kurier, der Hauptstadtredaktion der DuMont-Verlagsgruppe und der Berlin24 Digital GmbH schon vor einiger Zeit vorexerziert haben, absolvierten wir nun am zurückliegenden Wochenende. Seit Montag produzieren wir Ihr Berliner Abendblatt fast genau auf der Grenze zwischen den Berliner Bezirken Mitte und Kreuzberg im sogenannten Feratti-Haus. Ein hochmoderner Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft zur Bundesdruckerei und damit genau dort, wo sich das einstige Berliner Zeitungsviertel befand. Mit dem Umzug wolle man an die Tradition der großen Verlagshäuser, die hier einst residierten, anknüpfen und zugleich ein Zeichen setzen, dass „wir in einer sich rasant entwickelnden Welt an das Produkt Print und seine erfolgreiche digitale Transformation glauben. Ich freue mich, dass wir jetzt am neuen Standort auch mit dem Berliner Abendblatt den Schritt in die Zukunft gehen können“, erklärt Jens Kauerauf, Geschäftsführer des DuMont Berlin Verlages.

Bewegte Geschichte

Nachbar 1: Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger mit seiner Zentrale

Das Berliner Zeitungsviertel entstand ab Mitte des 19. Jahrhunderts im Areal zwischen Kochstraße und Leipziger Straße. Verlagsimperien von Mosse bis Ullstein sorgten für Zeitungen, Schreiber wie Kerr oder Tucholsky für Meinungskampf. Seit 1883 bestimmt der rechtskonservative August Scherl mit seinem Berliner Lokal-Anzeiger den Anzeigen- und Stellenmarkt und wird zum Multimillionär. Fast zeitgleich etablierten sich zwei andere Presse-Giganten an der Kochstraße. Ganz weit vorn: Leopold Ullstein. 1877 startete er mit der Berliner Zeitung sein erstes Blatt, später folgten mit der Berliner Morgenpost die auflagenstärkste Zeitung Deutschlands und mit der B.Z. am Mittag die schnellste Zeitung der Welt. Ullstein war spätestens ab Anfang des 20. Jahrhunderts der größte Zeitungsverlag Europas. Knapp auf dem zweiten Rang folgte Verleger Rudolf Mosse, der Erfinder der Massenzeitschrift „Die Gartenlaube“. Bei ihm erscheinen mehr als 100 Blätter. Mit seinem erfolgreichen Anzeigengeschäft finanziert er weltangesehene Blätter wie das Berliner Tageblatt. Die Macht der Nationalsozialisten, die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und der Mauerbau machten dem Glanz des Berliner Zeitungsviertels ein Ende. Doch als Medienviertel atmet es heute wieder neues Leben. Agenturen, Medienbetriebe, Film- und Fernsehgesellschaften und Verbände sorgen dafür.

Unter Denkmalschutz

Nachbar 2: Im Alfandary-Haus hatte die „Neue Zeit“ der Ost-CDU ihren Sitz

Für unser „Mannschaftsfoto“ sind wir dem neuen Zuhause des Berliner Abendblattes aufs Dach gestiegen. Vorbei
an den Hochhäusern an der Leipziger Straße und dem Fernsehturm konnten wir trotz trüben Wetters das nun fast verlassene Verlagshaus an der Karl-Liebknecht-Straße ausmachen. Von
den Architekten Karl-Ernst Swora, Rainer Hanslik, Günter Derdau und Gerhard Voss gezeichnet und bis 1970 erbaut, gilt das Gebäude inzwischen als erhaltenswertes Beispiel der DDR-Moderne und steht deshalb unter Denkmalschutz. Der neue Eigentümer, der internationale Immobilienentwickler Tishman Speyer, will das Hochhaus ab Mitte dieses Jahres sanieren und Büroflächen einrichten.

Manfred Wolf, Bilder: Wikimedia Commons/Assmacher (2)/Jörg Zägel, Matthais Jessen, Stefan Bartylla

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