Ende der Kältehilfe

Soziales: Auslastung der Hilfsangebote im Bezirk war sehr hoch.

Am Montag wurde die Berliner Kältehilfe-Saison mit einer Veranstaltung beendet. Das Angebot ist in dieser Art und Weise deutschlandweit einzigartig. Träger der Wohungslosenhilfe, das Deutsche Rote Kreuz, Caritas, Diakonie und Kirchengemeinden arbeiten eng zusammen, um wohnungslosen Menschen in den schweren Wintermonaten einen Übernachtungsplatz im Warmen zu bieten. Durch dieses über die gesamte Stadt gespannte Netzwerk soll verhindert werden, dass wohnungslose Menschen den Kältetod in Berlin fürchten müssen. „Deshalb geht mein Dank an alle haupt- und ehrenamtlichen Helfer und Sozialarbeiter nicht nur in Friedrichshain-Kreuzberg, die sich dieser Aufgabe in jedem Jahr aufs Neue mit beherztem Engagement stellen und ohne Vorbehalte Hilfe leisten. Ich bin zufrieden, dass es in dieser Saison gelungen ist, genug Plätze zur Verfügung zu stellen“, so Bezirksstadtrat Knut Mildner-Spindler.

Im Innenstadtbezirk Friedrichshain-Kreuzberg halten sich mehr Wohnungslose auf als in äußeren Bezirken. Dementsprechend hoch war die Auslastung der Hilfsangebote vor Ort. In der aktuellen Saison standen berlinweit knapp 1.000 Plätze pro Nacht zur Verfügung. Dieses Angebot sei in diesem Jahr ausreichend und dennoch eine organisatorische Herkulesaufgabe gewesen, so Mildner-Spindler.

Steigende Wohnungsnot

Die steigende Zahl von wohnungslosen Menschen und die daraus folgende Erhöhung der Kapazitäten der Kältehilfe zeigen, dass diese Entwicklung eine Folge der steigenden Wohnungsnot in Berlin ist. „Deshalb muss drohender Wohnungslosigkeit entgegengewirkt werden und demnach eine Stärkung der Präventionsarbeit erfolgen. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nimmt die Prävention im Bereich drohender Wohnungslosigkeit sehr ernst. Jobcenter und soziale Wohnhilfe arbeiten eng zusammen. Auch zukünftig muss es weiter darum gehen, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und zu erhalten. Nur so kann Wohnungslosigkeit wirksam bekämpft werden“, erklärt der Stadtrat.

Mehr Akzeptanz

Ebenso müsse an der Akzeptanz für wohnungslose Menschen im Bezirk weiter gearbeitet werden. „Mehr Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit ist nötig, um die Bevölkerung stärker für das sichtbare Phänomen der Wohnungslosigkeit zu sensibilisieren. Wohnungslose Menschen mögen für einige das allgemeine Straßenbild stören, aber sie halten uns als Gesellschaft und Politik den Spiegel vor Augen. Sie zeigen täglich, in welche Richtung unsere Gesellschaft driftet, wenn es immer mehr Notübernachtungsplätze in der Kältehilfe braucht. Es mag stören, dennoch sind die Menschen hier im Bezirk und in der Stadt. Sie haben ein Recht hier zu sein, ein Recht auf ihren Platz in der Stadt und ein Recht, menschenwürdig, unabhängig von ihrer Herkunft und sozialen Lage behandelt, versorgt und untergebracht zu werden. Längst ist nicht alles gut auf den Straßen Berlins, denn die Anfeindungen gegenüber wohnungslosen Menschen nehmen seitens der Bevölkerung zu“, sagt Mildner-Spindler. Umso wertvoller sei der Einsatz aller in der Kältehilfe arbeitenden Personen. Sie verleihen der Stadt und dem Bezirk ein menschliches Gesicht.

sara/red, Bild: Berliner Stadtmission

WEITERSAGEN

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden. Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.

Schließen