Allah und Buddha im Kiez

Eine neue Ausstellung stellt die religiöse Vielfalt im Bezirk vor.

„Zeig mir, was du glaubst“, fordert die neue Ausstellung im Museum Charlottenburg-Wilmersdorf anlässlich des Reformationsjubiläums auf. Ob Moschee, russisch-orthodoxe Kirche, Synagoge, buddhistisches Zentrum, Shaolin-Tempel, Dorfkirche oder Backsteinkathedrale – in kaum einem anderen Bezirk finden sich Religionsgemeinschaften in einer solchen Vielfalt. Sie alle werden bis zum 5. November in der Villa Oppenheim (Schloßstraße 55 / Otto-Grüneberg-Weg) vorgestellt und die religiöse Vielfalt in Karten und in mehreren Dutzend Originalexponaten, von denen viele aus den Gemeinden selbst stammen, anschaulich gemacht. Neben der Vielfalt der Glaubensrichtungen prägen auch deren Sakralbauten das Bild des Quartiers entscheidend mit, teilt die Museumsleitung mit. Oft zählen ihre Baumeister zum Who-is-who der Architekturgeschichte. Sie setzen „Zeichen des Glaubens“ und architektonische Landmarken, auch dies ist Thema in der Ausstellung.

Kraftwerk Gottes

In Wilmersdorf etwa reihen sich diese Zeichen gleich einer Perlenschnur entlang dem Hohenzollerndamm: In seinem südlichen Abschnitt erhebt sich der expressionistische Backsteinbau der Schmargendorfer Kreuzkirche, rund einen Kilometer entfernt steht die älteste erhaltene Moschee Deutschlands und die Russisch-Orthodoxe Kathedrale. Das östliche Ende des Hohenzollerndamms schließlich dominiert die Kirche am Hohenzollernplatz, im Volksmund auch „Kraftwerk Gottes“ genannt. Die kirchliche Bautätigkeit in Charlottenburg konzentrierte sich lange auf das Dorf Lietzow und die barocke Residenzstadt. Der Neue Westen, die Gegend um den Kurfürstendamm, erhielt kurz vor 1900 mit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche sein kirchliches Wahrzeichen.

Nahebei in der Fasanenstraße befand sich bis 1938 eine der größten Synagogen Berlins. Viele weitere Religionsgemeinschaften, Freikirchen und Nationalkirchen, islamische Gemeinden und buddhistische Zentren existieren in Charlottenburg und Wilmersdorf – manchmal prominent sichtbar im Stadtbild, manchmal eher im Verborgenen. Sie alle stellt die Schau vor und lädt zu eigenen Erkundungen der religiösen Vielfalt im Bezirk ein. Vorträge, Führungen, Konzerte und Veranstaltungen begleitet die Ausstellung. Das sind die Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr.

Red., Bild: Thinkstock/iStock/HISAO OSONO/amanaimages

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