Volkstanz im Bezirk

Kunst: Symbolischer Säulensturz ist Teil des Events.

Tanzen verbindet, öffnet die Herzen und durchbricht Sprachbarrieren. Obwohl es auf Volksfesten eigentlich üblich ist, tanzen immer weniger Menschen im Freien. In diesem Sommer lädt die Künstlerin Katrin Glanz Anwohner und Besucher zum “Hellersdorfer Tanzplatz„ ein: An unterschiedlichen Orten soll an jeweils einem Sonntag ein Treffpunkt für internationale Geselligkeit entstehen. Getanzt werden Volkstänze aus verschiedenen Ländern Europas – Tänze im Kreis, als Kette und Paarkreistänze. Auch andere internationale Tänze sind willkommen, denn das Projekt folgt keinen Vorgaben, sondern entwickelt sich mit seinen Teilnehmern.

Unter Regie

Die Tänzerin Andrea Hartung gibt den Takt vor, Musiker spielen live auf traditionellen Instrumenten – dem diatonischen Akkordeon, der Bombarde, dem Cello und der Gitarre. Der erste Tanzplatz war Ende Mai auf der Grünfläche gegenüber der Gemeinschaftsunterkunft Maxie-Wander-Straße organisiert. Am kommenden Sonntag findet die zweite Veranstaltung dieser Reihe auf dem Hügel am U5-Bahnhof Cottbusser Platz statt. Dort, wo sich einst der historische Ursprung Hellersdorfs befindet, sollen erneut Hellersdorfer Menschen aus ihren Häusern gelockt und über unterschiedliche kulturelle Hintergründe hinweg zum Tanz  zusammengeführt werden. Start dafür ist am 18 Juni um 15 Uhr.

Bunter Nachmittag

Zum Rahmenprogramm in der Zeit von 13 bis 20 Uhr gibt es den Gartenworkshop “Unkraut Garten Show„ von Magdalena Ybarguen mit Backen, Kochen und Abendessen ums Lagerfeuer am Place Internationale zu erleben sowie von 14 bis 18 Uhr die Ausstellung “City Skins– Marx und Engels„ von Various & Gould und das “Marx-Engles-Forum – JA!„ von Erik Göngrich in der station urbaner kulture am Auerbacher Ring 41 zu sehen.

Dazu wird an diesem Tag die Namensgebung „Place Internationale“ auf der großen Grünfläche am U5-Bahnhof Cottbusser Platz inszeniert. Ein sogenannter Säulensturz wird dann in Anlehnung an ein historisches Ereignis durchgeführt. Und der hat seine historische Bedeutung: Am 16. Mai 1871 wurde auf dem Platz Vendôme in Paris die Siegessäule Napoleons durch die Kommunarden gestürzt. Der Platz wurde damals feierlich in „Place Internationale“ umgetauft und Paris erlebte seine berühmte Revolution. Jetzt werden auch zu den Hellersdorfer Tanzveranstaltungen mittels künstlerischer Rekonstruktion der Siegessäule diese Taufe zum „Place Internationale“ nachempfunden. Die dabei verwendete, rund Säule wurde von Künstlern, jungen Hellersdorfern aus dem Jugendclub U5 und dem Melanchthon-Gymnasium gestaltet. Fünfzehn Meter hoch wird die aufblasbare Säule während des Festes auf dem Sockel über dem Platz thronen, ehe sie dann im Laufe des Festes zu Fall gebracht wird.

Die Veranstaltung ist Teil des internationalen offenen Kunstwettbewerbs „Mitte in der Pampa – Kunst im Untergrund 2016/17“ bei dem künstlerische Arbeiten entlang der U5 und U55 hauptsächlich in der Großsiedlung Hellersdorf am Stadtrand realisiert werden.

Red / Stefan Bartylla, Bild:  Mitte in de  Pampa

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