Parken im Viertel kostet bald Geld

Gesobau plant Gebühren in Höhe von 35 Euro monatlich .

Eine neue Ära bricht für Mieter im Märkischen Viertel an. Nach und nach sollen bis zum Jahr 2019 an allen Wohnanlagen der Gesobau rund 4.900 bestehende Stellplätze in die Parkraumbewirtschaftung integriert werden. Pro Parkplatz sollen Mieter dafür 35 Euro inklusive der Betriebskostenpauschale monatlich zahlen.

Lange getestet

„Viele unserer Mieter sind bereits mit der Bitte um die Anmietung eines eigenen Pkw-Stellplatzes in Wohnungsnähe an uns herangetreten“, sagt Gesobau-Sprecherin Birte Jessen und verweist auf erste Erfahrungen mit diesem Konzept. „In einer Wohnanlage im Märkischen Viertel, Nähe S+U-Bahnhof Wittenau, haben wir bereits 2015 ein Pilotprojekt zur Parkraumbewirtschaftung durchgeführt. Die Mieter der Wohnanlage sind mit der Parkplatzvermietung sehr zufrieden, da die bisherigen Probleme mit „Fremdparkern“, Firmenwagen, abgemeldeten Fahrzeugen oder blockierten Zufahrten seit der Parkraumbewirtschaftung nicht mehr bestehen.“ Im Märkischen Viertel verfüge die Wohnungsbaugesellschaft über insgesamt 6.466 Stellplätze und Garagen, davon seien 1.530 bereits vermietet, so die Sprecherin.

Kosten decken

Nach Abschluss der energetischen Modernisierungen stünden jetzt die Modernisierung und Instandsetzung der Parkplatzflächen an. Unter Berücksichtigung aller technischen Bedarfe ergeben sich für die Umsetzung der Parkraumbewirtschaftung im Märkischen Viertel inklusive der notwendigen grundhaften Instandsetzung ein Gesamtinvestitionsbedarf von 13,3 Millionen Euro. „Wir sehen in der gezielten Parkraumbewirtschaftung eine konsequente Fortsetzung der Gesamtmodernisierungsstrategien im Märkisches Viertel. Zum einen kann damit „wildes“ Parken sowie das Verstellen von Feuerwehrzufahrten durch Unbefugte oder Nichtmieter verhindert werden, zum anderen ergibt sich für die wohnenden Mieter ein Komfortgewinn, wenn ein „eigener“ angemieteter Parkplatz zur Verfügung steht“, erläutert die Gesobau- Sprecherin, die einräumt, das für anspruchsberechtigte Mieter – etwa mit Schwerbeschädigtenausweis – Parkplätze grundsätzlich entgeltfrei bleiben würden.

Zuschuss für U-Bahn

Zum Thema selbst meldete sich auch der Kreisvorsitzende der Reinickendorfer CDU, Frank Steffel zu Wort. Er schlägt vor, die Einnahmen aus den Stellplatzgebühren für den Bau der Infrastruktur für die verlängerte U-Bahnlinie acht zu nutzen. „Durch großen Einsatz der Politik und der Gesobau ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Lebensqualität im Märkischen Viertel deutlich zu verbessern. Die Einrichtung kostenpflichtiger Stellplätze hier ist ein weiteres Vorgehen in diese Richtung“, so sein Fazit. Da die Summe aber für viele Mieter nicht unerheblich sei, könnte sie die Stadt als Einnahme in die Infrastruktur für die U8-Linie ins Märkische Viertel investieren. Die Erweiterung der U-Bahn-Linie sei ein zentrales Thema, um die Wohn- und Lebensqualität für Bürger im Märkischen Viertel langfristig zu verbessern.

Red/ Stefan Bartylla, Bild: imago / Schöning

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