Reif für die erste Liga

Fussball: Union steckt 38 Millionen Euro ins Stadion an der Alten Försterei.

Der Clubchef der „Eisernen“ geriet regelrecht ins Schwärmen, als er über die Einzelheiten der neuen „Alten Försterei“ referierte. „Das ist einfach affengeil, das passt“, erklärte Dirk Zingler, der Präsident des 1. FC Union, bei der emotionalen Präsentation des mutigen Stadionprojekts. Der Fußball-Zweitligist baut seine Heimspielstätte bis zum Jahr 2020 zu einer erstligareifen 37.000-Zuschauer-Arena aus. Dafür will der Verein, der in der jüngsten Saison den angepeilten Aufstieg ins Oberhaus knapp verpasst hatte, insgesamt 38 Millionen Euro investieren.

Die Anhänger des Clubs, die in der ersten Phase des Ausbaus 2008/09 noch selbst kräftig mit angefasst hatten und viel Wert auf Tradition legen, sollen sich weiter wie zu Hause fühlen. Der Charakter des Stadions im Berliner Stadtteil Köpenick als Heimstätte der „Schlosserjungs“ wird erhalten bleiben. „Wir wollen weiter ein Stehplatzstadion sein. Jetzt bauen wir 8.000 Sitzplätze, weil es die Lizenzbedingungen sind“, betonte Zingler. Kürzlich hatte Union zur öffentlichen Vorstellung der Pläne auf dem Rasen drei große Videowände installiert. Das Interesse der Fans  war riesengroß.

Neue Dimensionen

Bisher können die „Eisernen“ bei einer Gesamtkapazität von 22.012 Zuschauern nur 3.617 Sitzplätze vorweisen. Nun kommen 4.669 neue hinzu. Die Stehplätze werden mit 28.692 aber in der dann genau 36.978 Fans fassenden Arena weiter klar die Mehrheit bilden. Die neuen Dimensionen werden bei den Maßen des Stadions deutlich: Blickt der Fan heute vom höchsten Stehplatz aus acht Metern auf den Rasen, sind es dann 22 Meter Höhe. Das neue Dach wird mit 28 Metern doppelt so hoch sein wie das alte.

Nach einem Bebauungsplanverfahren, für das zwei Jahre veranschlagt sind, soll die Aufstockung von drei Tribünenseiten im Frühjahr 2019 beginnen und zum 100. Geburtstag des Stadions im Sommer des Jahres 2020 abgeschlossen sein. Gebaut werden soll bei laufendem Spielbetrieb und unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit. „Das wird schmerzlich sein“, erklärte Präsidiumsmitglied Dirk Thieme, der mit seinem Architektenbüro für den Entwurf des Neubaus in Anlehnung an Oberschöneweider Industriebauten zuständig zeichnet. Noch in diesem Jahr soll der Bau des neuen Clubhauses, in dem Zeughaus, Fankneipe und Büros Platz finden, starten. Das Clubhaus kostet acht Millionen Euro, die eigentliche Stadionerweiterung 30 Millionen. Union will das Projekt mit einem möglichst hohen Eigenkapitalanteil über ein klassisches Hypothekendarlehen finanzieren. „Wir haben das als Masterplan bei der Deutschen Fußball Liga eingereicht. Die DFL trägt die Planungen inhaltlich und zeitlich mit“, erklärte Thieme.

Schwierige Verkehrslage

Als „schwierigste Baustelle“ stufte Club-Präsident Zingler die Infrastruktur und die Verkehrssituation rund um das Stadion ein. Zingler: „Da sind wir von der Mitwirkung des Landes Berlin abhängig.“ Seit Jahren kommt es bei Heimspielen  von Union zu langen Staus rund um die Wuhlheide. Mehrere Vorstöße seitens der BVG, ein Kombiticket für Stadion und Straßenbahn  anzubieten, scheiterten nach Angaben der Senatsverkehrsverwaltung bislang an Union.

dpa/nm, Bild dpa/Jörg Carstensen: 

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