„Auch ein Ansporn, Englisch zu lernen…“

Highlight: Prinz William und Lady Kate hinterlassen nachhaltigen  Eindruck bei den Bolle-Kindern.

So eine Karawane edler Nobelkarossen sieht man nur selten durch Hellersdorfer Straßenschluchten gleiten. William, Herzog von Cambridge und Herzogin Catherine von Cambridge waren in der vergangenen Woche mit ihrer Entourage Grund genug, um für reichlich Absperrungen und noch mehr Zuschauermenge vor dem Jugendhaus Bolle in der Hohensaatener Straße zu sorgen. Kate und Wiliam hatten im Vorfeld ihres Deutschlandbesuches großes Interesse gezeigt, speziell das Hellersdorfer Jugendhaus Bolle zu besuchen, da sie selbst in Großbritannien eine ganz ähnliche Organisation unterstützen, die Kindern und jungen Menschen dabei hilft, Talente und Fähigkeiten auszubauen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Im Wohnzimmer

„Their Royal Highnesses“ zeigten aber nicht nur Interesse am Konzept und an der Arbeitsweise von Straßenkinder e.V., sondern suchten bald nach der Begrüßung aktiv das Gespräch mit den Kindern und Jugendlichen. Nach einer Runde Billard mit den Kids gab es „face to face“ Gespräche auf der großen „Bolle“-Couch. „Prince William und Herzogin Kate waren sehr daran interessiert, vom Alltag der Jugendlichen zu hören und davon, wie sich das Engagement der Bolle-Mitarbeiter auf ihre Zukunftsperspektive ausgewirkt hat. Die Jugendlichen berichteten von ihren kürzlich bestandenen Ausbildungsabschlüssen. Das hat das Paar sehr beeindruckt“, berichtet Eckhard Baumann, der Vorsitzende des Straßenkinder e.V. , der bei der royalen Talk-Runde mit am Couchtisch saß.

Beim Gruppenbild

Das große Finale des königlichen Bolle-Besuches sollte schließlich im Garten des Jugendhauses bei einem kleinen Fußballmatch auf dem eigens dafür vorbereiteten Bolzplatz starten. Sogar sechs Paar Fußballschuhe hatte man in der passenden Prinzengröße zur Auswahl bereit gelegt. Der Prinz lehnte dankend ab – der eng gestrickte Zeitplan ließ keinen Platz für den „Bolle-Kick“ zu. Großer Wermutstropfen für die mitgereiste Londoner Journaille war dabei das nicht ganz unerwartete Durcheinander, das die rund zweihundert Kinder im Garten des Bolle-Hauses veranstalteten und allerbeste Foto-Chancen auf ein gelungenes Kate-mit Kinder-Foto vereitelten. „Kids-up“, zu deutsch „Kinderrummel“ nennt man diese undankbaren royalen Fotomotive in England, verriet einer der bereit stehenden britischen Fotografen. Das große Foto gab es dann doch noch in geregelter Aufstellung unter strenger Anweisung des Vorsitzenden des Straßenkinder e. V., Eckhard Baumann, der die Reihen zum großen und gut gelaunten Gruppenmotiv sortierte und sich überhaupt besonders über den königlichen Besuch freute. „Wie die Bilder unmissverständlich zeigen, waren die Kinder völlig begeistert vom Herzogenbesuch. Sie haben es sehr genossen, mit ihnen zu sprechen und sie werden noch lange davon erzählen“, wertet Baumann diese großen Momente am Bolle-Jugendhaus.

Das Fazit

Insgesamt sei es eine sehr große Ehre für den Verein und die Sache gewesen, die einem auch das Gefühl vermttle, dass die öffentliche Wertschätzung des Projektes bis nach Großbritannien reiche. „Auch in den Tagen nach dem Besuch gab es total positive Rückmeldungen“, berichtet Eckhard Baumann und führt aus, „vor allem die Eltern der Bolle-Kinder haben sich riesig über den Besuch der Royals gefreut. Allein, dass durch diesen Tag der Zugang zur englischen Sprache für die Kids noch mehr gefördert wurde, ist großartig,“ resümierte Baumann, der sich jetzt auch auf weitere neue Unterstützung für den Straßenkinder e.V. durch die erneute öffentliche Aufmerksamkeit erhofft.

Autor und Bild: Stefan Bartylla

WEITERSAGEN