Nähe zur Demokratie

Studie: Extremismus entsteht auch durch Ausgrenzung.

Forscher der Alice Salomon Hochschule haben Mitte Juli ihren Zwischenbericht zur Entwicklung demokratieferner Einstellungen am Beispiel Marzahn-Hellersdorf vorgestellt. Der Bezirk gilt deutschlandweit als Paradebeispiel für die Entwicklungen dieser Art.

Mit dieser Forschungsarbeit sollen auch Handlungsempfehlungen für Parteien und politische Organisationen erarbeitet werden. Die Studie nennt sieben Gruppen, die von Unterstützern über kritische Demokraten, Entfremdete bis zu Demokratiefeinden reichen. Eine wichtige Grundlage zur Stärkung der Demokratie sei es vornehmlich demokratienahe Gruppen zu halten und zu stärken. Eine  zentrale Erkenntnis des Zwischenberichts ist die Existenz einer größeren Gruppe sogenannter demokratieentfremdeter Menschen im Bezirk. Um sie zu erreichen, sind Wertschätzung und das Ernstnehmen ihrer Sorgen sowie spürbare Veränderungen in ihrer Lebensumgebung die Voraussetzungen. Demokratieentfremdung entstehe laut Studie  bei Menschen, die früher mehr oder weniger aktiv am demokratischen Leben teilgenommen haben, aber später ausgrenzende Erfahrungen und politische Erschöpfung erfahren haben.

Nahezu die Hälfte aller  Jugendlichen im Bezirk glaubt, keine Einflussmöglichkeiten auf Politik zu haben. Zwei Drittel von ihnen  haben aber ein positives Lebensgefühl und der Hälfte gefällt es im Bezirk gut bis sehr gut und drei Viertel haben ein ausreichendes Haushaltseinkommen. Laut Studie sei das die wichtigste Basis für die Entwicklung demokratienaher Einstellungen.

Red, Bild: ASH

WEITERSAGEN