Kampf dem Plastikmüll

Ökologie: Bei öffentlichen Veranstaltungen dürfen Standbetreiber nur noch in Pfandbechern Getränke ausschenken.

Das Lesbisch-schwule Stadtfest ist vorüber und zurück blieben Berge von Papp- und Plastikbechern rund um die Papierkörbe und am Straßenrand. Auch bei anderen Veranstaltungen in Tempelhof-Schöneberg wie zum Beispiel dem  Kürbisfest und dem Mai- und Spargelfest ist dieses Bild nach den Feierlichkeiten an der Tagesordnung. Dieses Problem soll aber künftig der Vergangenheit angehören. Der Bezirk hat den Einwegbechern den Kampf angesagt. Nach ausführlichen Beratungen im zuständigen Umweltausschuss folgte die Bezirksverordnetenversammlung jetzt einem entsprechenden Antrag, den die Grünen im März eingebracht hatten.

Verzicht auf Einweg

Zu den Maßnahmen gehört unter anderem: Bei öffentlichen Veranstaltungen werden die Standbetreiber verpflichtet, Getränke nicht mehr in Einweg-, sondern nur noch in Pfandbechern oder von den Kunden selbst mitgebrachten Behältnissen auszuschenken. Darüber hinaus soll die Verwaltung bei Bäckereien, Kiosken und weiteren Anbietern von Coffee-To-Go beziehungsweise anderen Mitnahmegetränken gezielt für den Verzicht auf Einwegbecher werben und sie auf andere Varianten hinweisen. So könnten zum Beispiel Kunden, die etwa eine Thermoskanne mitbringen, einen Rabatt erhalten oder man gießt das gewünschte Getränk in einen Pfandbecher. Die grüne Bezirksverordnete Martina Zander-Rade erklärt: „In Deutschland fallen jährlich rund drei Milliarden Einwegbecher an. Die vermüllen nicht nur die Städte, sondern stellen auch ein gewaltiges Umweltproblem dar, das auch die Kommunalpolitik vor neue Aufgaben stellt.“

Vorreiter in Berlin

In Berlin startet gegenwärtig die Senats-Umweltverwaltung eine Offensive gegen die Einwegbecher. Bei der Umsetzung auf kommunaler Ebene gehört Tempelhof-Schöneberg neben Spandau aber noch zu den Vorreitern. Zander-Rade über die Erfolgsaussichten des Projektes: „Leicht wird es sicher nicht, zumal vor allem einige große Bäckereiketten sich noch sträuben, vernünftige Alternativen zum Einwegbecher anzubieten. Aber zum Beispiel in Freiburg wurde mit dem Freiburg-Cup der Beweis erbracht, dass es solche Alternativen gibt und dass sie von Kunden sowie Geschäften gerne angenommen werden.“ Der spülmaschinenfeste Freiburg-Cup ist ein Mehrweg-Pfandbecher, an dessen Ausgabe sich beim Start des Pilotprojektes zunächst 14 Cafés und Bäckereien der Innenstadt beteiligten, 5.000 Becher an die Kunden brachten. Nur wenige Monate später machten bereits über 70 Unternehmen mit und es waren einige zehntausend Becher im Umlauf – eine positive Bilanz.

red, Bild: Thinkstock/iStock/ThamKC 

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