Punktuelle Unterstützung

Pflege: Ambulante Senioren-Assistenz wird von immer mehr älteren Menschen genutzt.

Weit über 90 Prozent aller Deutschen wollen Umfragen zufolge im Alter am liebsten zu Hause leben – und zwar auch dann, wenn sie es nicht mehr ganz ohne fremde Hilfe schaffen. Die Voraussetzungen dafür haben sich in den letzten Jahren durch neue Gesetze verbessert: Pflegebedürftige können Unterstützungsangebote im Alltag in Anspruch nehmen. Darunter versteht man Angebote, die der Bewältigung des Alltags dienen. Die Senioren bleiben also für ihr Leben selbst verantwortlich, sie werden lediglich von außen punktuell unterstützt.

Ambulante Senioren-Assistenz wird deshalb immer mehr in Anspruch genommen. Ute Büchmann etwa hat bereits 2007 ein Weiterbildungsunternehmen für Senioren-Assistenten gegründet. „Das Interesse an stundenweiser Unterstützung ist enorm gewachsen.“ In Großstädten seien viele Assistenten so ausgelastet, dass sie keine Kunden mehr annehmen könnten, auch in kleineren Städten gebe es eine hohe Nachfrage. Für ältere Menschen sei die Assistenz vor allem auch unter finanziellen Aspekten eine interessante Option: Sie koste weit weniger als ein Platz im Seniorenheim.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die meisten Teilnehmer an der Weiterbildung steigen aus anderen Berufsbereichen um. „Zu uns kommen gut vorqualifizierte Menschen, die sich entweder ein zweites Standbein aufbauen wollen oder Lust haben, soziales Engagement mit einer sinnvollen Tätigkeit im sozialen Bereich zu verbinden und damit auch Geld zu verdienen“, so Ute Büchmann. Professionelle Seniorenbetreuer geben Senioren Hilfe zur Selbsthilfe und verhindern einen Umzug ins Heim oder schieben ihn zumindest lange hinaus. Generell erstreckt sich die Ausbildung über 120 Unterrichtsstunden und wird in Hamburg, im Raum Kiel, in Berlin und in Nürnberg angeboten. Absolvieren kann man sie in Form von zwei Wochenblöcken zu je sechs Tagen oder an vier dreitägigen Wochenenden.

Kommunikation und Empathie

Senioren-Assistenten sind – so titelte die Süddeutsche Zeitung – „ziemlich beste Freundinnen“ älterer Menschen. Sie bieten Senioren punktuelle Unterstützung, indem sie die Älteren bei Behördengängen, zu Arztterminen oder beim Einkaufen begleiten, mit ihnen ihr Gedächtnis und ihre Fitness trainieren oder ganz einfach Gesprächspartner sind. Die wichtigsten Eigenschaften von Senioren-Assistenten sind deshalb Kommunikationsfähigkeit, Empathie und ein gutes Allgemeinwissen – damit können sie allein lebenden älteren Menschen wieder Lebensmut geben und für Lebensqualität im Alltag sorgen. Seminartermine, Kursorte sowie Termine für Infoveranstaltungen, Infos zu Förderungen und Gebühren finden sich im Internet.

(djd), Bild: djd/Büchmann/Seminare/Photographie Martin Hänisch, Fürth

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