Tierheim in Not

Hilferuf: Nach sintflutartigen Regenfällen sind die Dächer der Häuser in Falkenberg stark beschädigt – die Solidarität ist riesig, dennoch werden Spenden weiterhin dringend benötigt.

Die sintflutartigen Regenfälle in den letzten Tagen stellten auch die tierischen Bewohner und Mitarbeiter von Europas größtem Tierheim vor ungeahnte Herausforderungen. „Unseren Tieren steht das Wasser im wahrsten Sinne des Wortes bis zum Hals“ resümiert Ines Krüger, die Vorsitzende des Berliner Tierschutzvereins, der das Tierheim in Falkenberg betreibt. „Allein dem schnellen und umsichtigen Handeln unserer Mitarbeiter ist es zu verdanken, dass keine Tiere zu Schaden gekommen sind“, so ihr Fazit nach den ersten kritischen Stunden.

Schnelle Evakuierungen

Besonders massiv haben die Wassermassen im Krankenbereich und in der Tierarztpraxis gewütet. Viele Boxen waren bereits geflutet, Kleintiere und Katzen mussten vorübergehend in Notunterkünften untergebracht werden. Eine Begehung des etwa 13.000 Quadratmeter großen Daches des Tierheimes mit einem Bauexperten Mitte der vergangenen Woche brachte das erschütternde Ausmaß der Schäden zutage; große Teile der inzwischen 17 Jahre alten Dachkonstruktion haben den stundenlangen Starkregenfällen nicht mehr Stand gehalten. Das Wasser bahnte sich seinen Weg durch Lichtschächte und Mauerfugen, weichte Teile der Isolation regelrecht auf. Käme es durch die Wassermassen zu einem Kurzschluss in der Elektrik, wären die Folgen katastrophal.

Besonders gefährdet ist auch die 2011 in Betrieb genommene Fotovoltaik – Anlage auf dem Dach, mit der der Tierschutzverein umweltfreundlichen Strom für sein 22 Hektar großes Gelände erzeugt und auch in das Berliner Energienetz einspeist. Die Sanierung des gesamten Daches wird ersten Expertenschätzungen zufolge Millionen kosten. Das Tierheim Berlin erhält bislang keine finanzielle Unterstützung vom Land Berlin. Futter, tierärztliche Betreuung, die Gehälter der Mitarbeiter – alles bewältigt der Tierschutzverein allein aus Spenden, Nachlässen und Mitgliedsbeiträgen. Sind Bauvorhaben geplant, wird dafür lange gespart. „Auf solch eine Naturkatastrophe sind wir nicht vorbereitet“, so Krüger.

Nach diesem dramatischen Appell ist die Resonanz seitens der Bevölkerung überwältigend. Hunderte Berliner zeigen sich solidarisch mit dem Tierschutzverein. Bis Mittwoch spendeten tierliebe Menschen schon mehr als 60.000 Euro für die Sanierung der Schäden und boten über soziale Medien Hilfe an. „Die Berliner stehen ihrem Tierheim zur Seite“, freut sich Ines Krüger inzwischen. „Wir sind dankbar für so viel Mitgefühl und Solidarität.“ Angesichts der zu erwartenden Kosten in Millionenhöhe für die Sanierung der Wasserschäden sei jede Hilfe ein Segen, da die Versicherung nicht einspringt. „Sachspenden benötigen wir momentan eher weniger, sondern schlicht und ergreifend Geld für die nötige Sanierung. Denn der nächste Starkregen kommt bestimmt!“

Große Solidarität

Auch die Landestierschutzbeauftragte Diana Plange machte sich Anfang der Woche persönlich ein Bild von den Schäden. Zeitungen, Fernseh- und Radiosender berichteten bundesweit. Allein auf Facebook wurde der Hilferuf des Tierheims mehr als 4.000 mal geteilt. „Diese Mobilmachung ist für uns ganz wichtig – denn die Stimme der Berliner ist eine mächtige, die uns in dieser schweren Zeit helfen kann.“, fasste Ines Krüger das bisherige Ergebnis der Spendenaktion zusammen.

Die Spendenmöglichkeit

Wer für das Tierheim jetzt spenden will, kann sich über die Online-Plattform Betterplace.org dazu informieren und dies dort tun. Unter der Stichwortsuche „Tierheim Berlin“ findet man dort alle Details.

Red., Bild: Tierheim Berlin / Clara Rechenberg

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