Aus dem Alltag einer Pflegekraft

Hilfe: Was die häusliche Betreuung für pflegebedürftige Menschen leistet.

Pflege ist harte Arbeit. Das würde wohl niemand in Abrede stellen. Doch wie sieht der Alltag einer Betreuungskraft in der häuslichen Pflege eigentlich aus? Mit dieser Frage wird Marzena Brinkmann, Geschäftsführerin der gleichnamigen Pflegevermittlung, in ihren Beratungsgesprächen regelmäßig konfrontiert. „Viele Menschen können sich nur schwer ein Bild davon machen, wie die sogenannte 24-Stunden-Betreuung funktioniert, wenn die Pflegekraft, wie alle anderen Arbeitnehmer auch, nur 40 Stunden wöchentlich arbeiten darf“, erklärt sie. Wie ein ganz normaler Tag abläuft, zeigt das Beispiel von Ana und Xandra:

Ein ganz normaler Tag

Für Ana beginnt der Tag um sieben Uhr mit einer Tasse Kaffee. Denn bevor ihre Patientin aufsteht, gönnt sich die Betreuungskraft einige Minuten der Entspannung in der Küche. „Diese paar Minuten Ruhe geben mir Kraft für den Tag“, sagt sie. Xandra wird regelmäßig um Punkt acht wach. Beim Aufstehen und Anziehen benötigt die 80-Jährige Unterstützung. Danach wird gemeinsam gefrühstückt. Weil vor einiger Zeit barrierefrei umgebaut wurde, kann sich Xandra noch immer selbstständig in ihrer Wohnung bewegen. Nach dem Frühstück kümmert sich Ana zunächst um den Haushalt. Dabei geht ihr das ehemalige Top-Model im Rahmen ihrer Möglichkeiten noch gut zur Hand. Auch den Einkauf, der an zwei Tagen in der Woche auf dem Programm steht, erledigen die beiden meist gemeinsam.

Nach dem Mittagessen, das sie oft zusammen zubereiten, braucht Xandra ihren Mittagsschlaf. Anschließend sieht sie gerne fern, sodass Ana bis zum Abend freimachen kann. Am Nachmittag kommt nämlich der ambulante Pflegedienst, um sich um die Medikamentengabe und andere medizinische Maßnahmen zu kümmern.  Einmal in der Woche und am Wochenende kümmert sich auch Tochter Isabell um ihre Mutter. Nach dem Abendessen machen es sich die beiden Frauen vor dem Fernseher gemütlich oder spielen eine Runde Karten. Aber auch wenn am Wochenende Freunde zu Besuch kommen, wird Ana integriert. Gegen zehn Uhr wird es Zeit, Xandra für die Nacht fertig zu machen. Ana muss beim Umziehen und dem Toilettengang unterstützen und Xandra daran erinnern, die richtigen Tabletten einzunehmen. Dann hat sie Feierabend, denn nachts muss sie nur selten raus und wenn, dann nur ab und zu, um Xandra bei Toilettengängen zu begleiten oder weil die alte Dame Durst hat.

Starke Leistung

Im Haushalt übernimmt eine Pflegekraft hauswirtschaftliche Aufgaben wie putzen, kochen oder einkaufen. Sie darf ausschließlich für grundpflegerische Tätigkeiten eingesetzt werden. Für Gartenarbeit, das Aufräumen des Kellers oder Ähnliches ist eine Pflegekraft allerdings nicht einzuspannen. Wie alle anderen Arbeitnehmer in Deutschland darf auch sie nur acht Stunden täglich arbeiten. Um die sogenannte 24-Stunden-Pflege zu gewährleisten, ist sie angehalten, ihre Arbeitszeit über den Tag hinweg einzuteilen. Nur in Ausnahmefällen darf diese Arbeitszeit – gegen einen entsprechenden Ausgleich – überschritten werden.

djd, Bild: djd/brinkmann-Pflegevermittlung.de

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