Schloßsee wurde rekonstruiert

Ein wichtiges historisches Element im Landschaftspark Glienicke wurde jetzt wieder für Besucher erlebbar gemacht.

Gute Nachrichten aus dem Landschaftspark Glienicke: Mit dem Schloßsee ist nach einigen Monaten ein zentrales Gestaltungselement wieder erlebbar. Im Zuge der geförderten touristischen Geländeerschließung konnte der historische Schloßsee wiederhergestellt werden. Dieses eigentlich künstlich geschaffene Gewässer wurde ab 1838 in zwei Bauphasen ausgehoben. Dabei entstand eine große, durch ihre unregelmäßige Form natürlich wirkende Wasserfläche mit vielfältigen Blicken sowohl vom Wiesengrund aus als auch von der Vorfahrt und vom Gartenhof des Schlosses. Der Teich wurde ursprünglich mit Havel-Wasser über eine künstliche Quelle gespeist. Ebenfalls bereits historisch war eine Ausstattung mit Findlingen an den Ufern des Schloßsees.

Lange vernachlässigt

Nach dem 1. Weltkrieg fiel der Schloßsee mit einer allgemeinen Vernachlässigung der Parkpflege zusammen und trocknete aus. Glücklicherweise war das Gewässer in seiner endgültigen Ausdehnung gut in verschiedenen historischen Karten dokumentiert, so zum Beispiel im sogenannten Kraatz-Plan von 1862. Nachdem im vergangenen Jahr die Geländemodellierung mit den historischen Plänen abgeglichen wurde und erkennbar war, dass die Gestaltung noch erhalten war, konnte nach ausgiebiger archäologischer Dokumentation die Wiederherstellung erfolgen. Gegenüber der historischen Bautechnik mit einer Dichtung durch eine dünne Tonschlamm-Schicht wurde nun als Dichtung eine dauerhafte Schicht aus wasserundurchlässigem Natur-Ton neu eingebaut. Dabei wurde auf eine genaue Erhaltung der Uferverläufe und der Geländehöhe sowie den Verbleib der historischen Findlingslagen geachtet.

Seit Jahresbeginn ist der Teich wieder gefüllt, nun jedoch mit sauberem Brunnenwasser. Nachdem sich im Laufe des Jahres auch die gepflanzte Ufervegetation schon gut entwickelt hat, soll der Schloßsee nun die Parkbesucher aus nah und fern begeistern. Steglitz-Zehlendorfs Umweltstadträtin Maren Schellenberg (Grüne) freut sich, dass die Sanierung des Landschaftsparks nach den bereits erfolgten umfangreichen Erneuerungen der Wege, mit der Wiederherstellung des Schloßsees ein weiteres bedeutendes Stück zum Erhalt des Weltkulturerbes Glienicke vorangekommen ist.

Red., Bild: Büro Henningsen, Landschaftsachitekten BDLA

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