Familienzentrum steht vor dem Aus

Soziales: Das FamoX kann Kosten nicht mehr  stemmen.

Aus der Tatsache heraus, dass es in Friedrichshain eine unbändige Nachfrage gibt, was offene Orte für Familien angeht, an denen man sich treffen kann und Angebote für Groß und Klein sowie Beratung findet, ist im Jahr 2014 das FamoX Familien-  und Bildungszentrum entstanden. Viele Familien aus der Nachbarschaft besuchen das Zentrum an der Scharnweberstraße 25-26 regelmäßig. Doch nun droht der Einrichtung die Schließung. Das Projekt läuft seit der Gründung ohne jegliche finanzielle Unterstützung. „Wir brauchen Hilfe, damit das Angebot weiterhin existiert“, sagt FamoX-Leiterin Katja Lorenz.

Es gebe eine Menge Gründe dafür, warum das FamoX unbedingt gerettet werden muss. „Wir haben es geschafft, durch niedrigschwellige Angebote eine bunte Mischung von Familien zu erreichen. Durch unseren Schwerpunkt der inklusiven Arbeit ist es uns immer besser gelungen, unsere Türen für alle zu öffnen“, sagt Lorenz. Familien mit wenig Geld, mit einer anderen Herkunftssprache oder Menschen mit Behinderung können ins FamoX kommen. Rund 500 Gäste wöchentlich empfängt das Zentrum. „Wir arbeiten nachhaltig und wollen erreichen, dass Familien von der Schwangerschaft bis hin zu den Großeltern mit Enkelkindern das FamoX als ihren Ort nutzen können“, sagt Lorenz.

Keine öffentlichen Gelder

Für den Aufbau der Freizeitstätte gab es  Unterstützung durch das Bundesprogramm „Anschwung für frühe Chancen“, auch  das Bezirksamt  wirkte unterstützend und öffnete den FamoX-Gründern die Türen in bezirkliche Gremien und Vernetzungsrunden der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit. „Geld für unsere Familienarbeit gab es jedoch leider nicht. Die öffentlichen Kassen waren leer“, sagt die Leiterin. Laut Jugendamt sei es erklärtes Ziel, in jedem Sozialraum ein Familienzentrum zu betreiben. In der Region Frankfurter Allee Süd befinden sich jedoch bereits zwei öffentlich geförderte Familienzentren – eines in der Gürtelstraße und ein weiteres in der Modersohnstraße. Dennoch schätze das Jugendamt die Arbeit des FamoX sehr. „Wir prüfen derzeit verschiedene Möglichkeiten, den Fortbestand des Familienzentrums zu sichern. Wie alle Familienzentren in unserem Bezirk leistet das FamoX hervorragende Arbeit und wir würden es sehr bedauern, wenn es seine Aktivitäten einstellen müsste. Grundsätzlich planen wir den Einsatz der begrenzt zur Verfügung stehenden Mittel so,  dass wir eine bedarfsgerechte Versorgung für die Familien im Bezirk ermöglichen“, heißt es auf Anfrage des Abendblattes. Die Detailplanung zur Verteilung der finanziellen Mittel werde in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses vorgestellt.

Kampf geht weiter

„Wir waren und sind davon überzeugt, dass es diesen Ort für die vielen Familien in Friedrichshain braucht“, sagt Katja Lorenz.  Leider konnte bisher auch kein Sponsor  gefunden werden. Damit steht das Projekt FamoX finanziell kurz vor dem Aus, denn die Rücklagen der Trägerin, die gemeinnützige oXxymoron GmbH, sind aufgebraucht. Und die Gelder, die  durch das Café, mit Kursen, mit Spenden und Vermietungen erwirtschaftet werden, würden bei weitem nicht ausreichen. Mindestens 50.000 Euro pro Jahr seien an Zufinanzierung notwendig. Jeder Einzelne, der das FamoX unterstützen will, sei wichtig – sei es durch die Teilnahme an der Online-Petition „FamoX retten“ oder durch eine Spende. Wer sich hier einmal umsehen oder mehr Informationen einholen möchte, ist herzlich eingeladen, vorbeizuschauen.

Sara Klinke, Bild: FamoX

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