Neuer Krach um die Buckower Felder

Senat will wesentlich mehr Wohnungen bauen lassen / CDU-Abgeordneter protestiert.

Längst schien der Ärger um die Bebauung der Buckower Felder vergessen. Ende 2014 hatte der Senat die Planungen an sich gezogen. Wohl auch, um ein Bürgerbegehren auszubremsen, monierten Kritiker damals. Von der  örtlichen Bürgerinitiative war fortan nicht mehr viel zu hören. Doch nun bahnt sich neuer Streit an. Kürzlich ließ die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen wissen, dass das landeseigene  Wohnungsunternehmen Stadt und Land  nicht   maximal 500, sondern etwa 840 Wohnungen bauen soll. Nachdem im Zuge der Planungen der Anteil von Einzel- und Doppelhäusern zugunsten von Mehrgeschossern heruntergeschraubt wurde, bedeutet dies eine weitere Verdichtung das Quartiers, das vor allem Familien und Geringverdienern günstigen Wohnraum bieten soll.

Wort gebrochen

Der Buckower CDU-Abgeordnete Robbin Juhnke befürchtet, dass in der geplanten Großsiedlung ein sozialer Brennpunkt entsteht. Vor allem, weil  der  Anteil an Wohnungen für Mieter  mit Wohnberechtigungsschein nicht, wie ursprünglich geplant, bei 30, sondern nun bei 50 Prozent liegen soll.  Zudem  drohe der Verkehr am Buckower Damm zusammenzubrechen, wenn dort etwa 2.000 neue Bewohner heimisch werden. Juhnke: „Unter diesen Umständen hätte die CDU-Fraktion den Beschluss für das Projekt niemals mitgetragen, der Senat hat sein Wort gebrochen.“ Viele Anwohner seien sauer.  Iris Spranger, wohnungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, hat für Juhnkes Bedenken kein Verständnis. „Dass sich die Anzahl der geplanten Wohneinheiten geändert hat, ist nicht verwunderlich, schließlich laufen die Planungen schon seit dem Jahr 2012“, sagt sie. „Wir brauchen dringend neuen Wohnraum  in Berlin, aktuell fehlen 194.000 Wohnungen. Auf den Buckower Feldern könnten bis zu 840 Wohneinheiten entstehen. Wenn dort eine ordentliche Verkehrsanbindung und bei der Mieterschaft, wie vorgesehen, die Berliner Mischung garantiert wird, habe ich mit dieser Größenordnung kein Problem.“  Der damalige Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) hatte die Buckower Felder im vergangenen Jahr als einen von zwölf Standorten für den Neubau landeseigener Wohnungen im großen Stil präsentiert. Damals wurden bis zu 500 Wohnungen angekündigt, ein Drittel davon für Inhaber eines Wohnberechtigungsscheins.

Noch Zukunftsmusik: Vor allem Familien
und Geringverdiene sollen am Südrand des Bezirks heimisch werden

Neuköllns Baustadtrat verweist darauf, dass die Bürger in die Planungen einbezogen  und auf diesem Wege zahlreiche Änderungen zugunsten der Anwohner erreicht worden seien. „Um deren Sicht ins Grüne nicht zu stark zu beeinträchtigen, wurden die höchsten  der zu bauenden Gebäude  in die Mitte des Quartiers verlagert“, so Jochen Biedermann. „Die Widerstände vor Ort haben sich lösen lassen, der Gesamtplan ist sehr überzeugend.“ Gleichwohl habe auch der Grünen-Politiker bei Gesprächen im Kiez besorgte Äußerungen über die künftige Verkehrsbelastung zu hören bekommen. „Ich bin mir sicher, dass die Stadt und Land ein tragfähiges Verkehrskonzept erarbeiten wird“, sagt Spranger. „Verkehrs- und Parkprobleme dürfte es nicht geben, in der Gerlinger Straße soll eine Quartiersgarage errichtet werden, außerdem wird der Busverkehr  in die Siedlung hinein mit einer Wendeschleife verlängert, allerdings muss der Takt muss wohl verdichtet werden.“

Nils Michaelis, Bild: Thinkstock/iStock/Ksene, Bild: Thinkstock/iStock/FooTToo

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