Krach am Himmel über Lichtenberg

Bleibt Tegel offen, wird es weiter Überflüge geben.

Berlin stimmte am 24. September endgültig über die Offenhaltung des Flughafen Tegels ab. Auch in den Bezirksteilen Hohenschönhausen und in Lichtenberg ist der TXL ein tagtägliches Thema – schließlich sind auch hier Menschen nahezu rund um die Uhr von dem Fluglärm betroffen, der von den Maschinen ausgeht, die vom derzeitigen Hauptstadtairport starten und landen.

Laute Quoten

Das ergab auch eine schriftliche Anfrage der Berliner Abgeordneten Karin Halsch (SPD) im Berliner Abgeordnetenhaus. Von den knapp 186.000 Flugbewegungen, die 2016 von und nach Tegel gezählt wurden, gingen etwa die Hälfte über die Einflugschneise via Hohenschönhausen hinweg. Davon waren etwa 32.000 Starts und 60.000 Landungen.

Regelmäßige Abstände

Bei den Landungen liegt die Flughöhe der Jets und  Propellermaschinen über dem S-Bahnhof Hohenschönhausen bei lediglich 800 Metern – die Lärmbelastung ist hier deutlich spürbar. Langgezogenes Turbinenpfeifen und das Lärmrauschen der Motoren deuten darauf hin – hier nehmen die Flieger bei Landeanflügen den Schub aus den Aggregaten oder pusten nach dem Start noch einmal ordentlich durch. Höhenabweichungen von den angepeilten 800 Metern sind dabei sehr selten, schließlich befinden sich hier Maschinen immer auf demselben Leitstrahl des Instrumentenlandesystems ILS des Flughafens Tegel.

Beachtliche Lautstärke

Offizielle Lärm-Messungen gibt es zwar nicht – dafür aber Berechnungen, die den Lärm genau beziffern können. Demnach ist das Turbinenheulen der Maschinen über dem Bezirksteil in etwa mit dem Lärmpegel einer ratternden Nähmaschine vergleichbar. Für den Landeanflug eines Airbus A 330 werden 57 Dezibel und für den Überflug einer Boeing B 737 – 800  knapp 63 Dezibel dazu angegeben.

Kurze Abstände

Tagtäglich wurden im vergangenen Jahr rund 200 Flugbewegungen über Hohenschönhausen festgehalten, von denen durchschnittlich 26 im Zeitraum von 22 Uhr bis 6 Uhr registriert wurden. Lärm, der vor allem in seiner Kontinuität mit Pausen von nur drei bis fünf Minuten so manchen Hohenschönhausener Bürger zu schaffen macht.

Die Konsequenz

Für den Fall einer Entscheidung zugunsten einer weiteren Offenhaltung des Flughafens in Tegel, hat die Anfrage der Abgeordneten Karin Halsch bereits eine eindeutige Antwort geliefert: „Eine Offenhaltung des Flughafens Tegel würde  dauerhafte Überflüge des Ortsteils Hohenschönhausen, seine Schließung eine wirksame Möglichkeit das Überfliegen zu unterbinden, bedeuten.“,  heißt es in dem Schreiben von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, das Ende August verfasst wurde.

Autor und Bild: Stefan Bartylla

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