Auktion soll Nashorn-Art retten

Versteigerung im Adlon sammelt Geld für Zuchtprogramm.

Er ist der letzte männliche Vertreter seiner Art und für ihn wird sogar schon auf der Online-Dating-Plattform Tinder verzweifelt nach einer passenden Partnerin gesucht. Doch die Chancen stehen schlecht für den 43-Jährigen Sudan, denn aufgrund seines fortgeschrittenen Alters und geringer Spermienzahl kommt die Fortpflanzung auf natürlichem Wege für ihn nicht mehr in Frage. Dass der betagte Breitmaulnashorn-Bulle mit den beiden einzigen noch lebenden Damen Najin (25, seine Tochter) und Fatu (15, seine Enkelin) für den Erhalt seiner Art Sorgen kann, ist auch noch nahezu ausgeschlossen.

Dramatischer Stand

„Die Tinder – Geschichte, die wir in einer Gemeinschaftsaktion mit den Dating-Netzwerk ins Leben gerufen haben, hat zwar für kleine Spendensummen gesorgt, aber die Situation dieses unterfinanzierten Zuchtprojektes ist weiterhin dramatisch. Die Rasse der Breitmaulnashörner steht faktisch vor dem Aussterben, wenn wir nichts weiter unternehmen“, sagt Steven Seet, Pressesprecher beim Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung. Jetzt soll eine weitere außergewöhnliche Aktion mehr Geld in die Projektkasse spülen, damit die drei letzten Tiere ihrer Art, die in der kenianischen Steppe leben rund um die Uhr von Rangern mit automatischen Waffen geschützt werden, ihre Nachkommen noch erleben können.

Moderne Technik

Die letzte Hoffnung der Artenschützer ruht schließlich auf besonderen wissenschaftlichen Techniken: künstliche Befruchtung und Leihmutterschaft sollen das Nördliche Breitmaulnashorn retten. Zur Finanzierung dieser Rettungsaktion organisiert nun das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) zusammen mit den Berliner Zoos und dem tschechischen Dvůr Králové Zoo eine Spendenaktion der besonderen Art. Am 5. Oktober findet im Hotel Kempinski Adlon Berlin eine Wohltätigkeits-Auktion zur Rettung der Nashorn-Art statt.

Jetzt bieten

Es gibt die Möglichkeit bereits im Vorfeld ein Preisangebot per Mail abzugeben. Das Höchstgebot wird dann der Startpreis der Auktion im Hotel Adlon sein. Vor Ort stehen neben dem Ölgemälde noch weitere Dinge, wie zum Beispiel ein 3-D-Druck eines Nashornschädels zur Versteigerung. Sogar die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Wissenschaftstour bei einem Forschungseinsatz in einem Europäischen Zoo ist im Angebot.

Mehr Infos online: www.izw-berlin.de/Auktion.html

Red/ylla, Bild: Rhino and Forest Fund e.V. 

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