Der Alexanderplatz soll sicher werden

Sozialarbeiter sorgen bald am Alex für mehr Sicherheit.

Er ist nicht nur einer der beliebtesten Anlaufpunkte bei Touristen, sondern auch einer der Brennpunkte Berlins – der Alexanderplatz. Alleine im Jahr 2016 kam es hier zu 618 Gewaltdelikten, darunter Körperverletzung, Raub und Bedrohung. Im ersten Quartal 2017 waren es bereits 180 rund um Alexa und Neptunbrunnen registrierte Gewalttaten. Schon lange fordern Berliner mehr Sicherheit und Polizeiaufkommen auf dem Platz. Nun scheinen sie endlich auch bei den Politikern Gehör gefunden zu haben.

Berlins Polizeipräsident mit einem Vertreter der Bundespolizei beim Spatenstich

Und die planen gleich mehrere Maßnahmen, um den Alexanderplatz am Tage und in der Nacht wieder sicherer zu gestalten. Vor wenigen Wochen erfolgte so der erste Spatenstich für die neue „Alex-Wache“. Auch Videotechnik und massive Polizeipräsenz sollen Verbrechen in Zukunft verhindern. Lichtgiraffen und Ausweiskontrollen sollen das Übrige tun. Nun kündigt die Stadt eine weitere Maßnahme für den Brennpunkt in Mitte an, die Hoffnung macht: Künftig werden hier auch Sozialarbeiter zum Einsatz kommen. Sie werden für ihre Arbeit mit kriminellen Jugendlichen und Drogendealern einen gut sichtbaren Standort auf dem Alexanderplatz erhalten.

Sozialarbeiter im Einsatz

Die festangestellten Mitarbeiter des freien Trägers „Moabiter Ratschlag“ sollen an vier Tagen in der Woche, am späten Nachmittag und am Abend, zu festen Ansprechpartnern für die Jugendlichen werden. Dafür soll in den kommenden Wochen ein etwa 30 Quadratmeter großer Container entstehen. Neben Beratung sollen auch Kreativangebote zum Programm des Standortes gehören. Mit Tanz und Graffiti-Kunst wollen die Mitarbeiter des „Moabiter Ratschlags“ potenziellen Straftätern neue Perspektiven bieten: „Es ist der Versuch, für diejenigen, die noch nicht fest in kriminelle Aktivitäten verwickelt sind, alternative Angebote zu schaffen“, so der für das Projekt am Alex zuständige Mitarbeiter, Tino Kretschmann.

Arbeiten nur am Tag

Beliebt bei Touristen und Berlinern: Der Alexanderplatz

Nur in der Nacht werden die Sozialarbeiter nicht im Einsatz sein. „Wenn mitten in der Nacht zugedröhnte Menschen andere belästigen oder sogar Straftaten begehen, dann ist und bleibt das Aufgabe der Polizei.“ Auch Innensenator Andreas Geisel und Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel begrüßen die lange überfälligen Projekte zur Sicherung des Brennpunktes. Sie wollen auch vermehrt gegen die Dealer und Gewalt auf dem Alexanderplatz angehen. Die Sozialarbeiter sind ein weiterer Schritt hin zu einem sicheren Alexanderplatz.

Der „Moabiter Ratschlag“ engagiert sich seit Jahren in Mitte für Bildung, soziale Betreuung und Beratung in Moabit, Wedding und Mitte. Gegründet wurde der Verein 1990 von Bürgern und Initiativgruppen zur Organisation von Bürgerbeteiligung und wirkt seitdem an der Entwicklung des Stadtteils mit. Viele der Angebote des Vereins richten sich an Kinder und Jugendliche. Denen wollen die Sozialarbeiter des Vereins künftig auch am Alexanderplatz zur Seite stehen und einem Abdriften in die Kriminalität vorbeugen.

Kr/Red., Bilder: thinkstock/istock/Terroa, imago/Seeliger/ 80042638, thinkstock/istock/hanohiki

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