Jetzt klagen auch Schüler

Sanierung: Schulen im Bezirk mangelt es an Fluchtwegen.

Mangelnder Brandschutz, fehlenden Fluchtwege, marode Sanitäranlagen. Die Liste der Mängel an Schulen im Bezirk ist lang. Seit Jahren beklagen sich sowohl Schüler als auch Eltern und Lehrer über die Bedingungen unter denen an einigen Schulen unterrichtet werden muss. Laut einer Liste des Senats aus dem Frühjahr befindet sich der Bezirk im Vergleich mit anderen Teilen Berlins zwar noch im Mittelfeld, was den Sanierungsbedarf anbelangt. Aber auch bedürfen einige Schulen und Sporthallen einer Rundum-Sanierung.

Rund 162 Millionen Euro hat der Senat dafür veranschlagt. Wirklich viel getan hat sich seitdem scheinbar nicht. So sorgt aktuell die Anna-Lindh-Grundschule in Wedding für Schlagzeilen. Hier forderte nun sogar eine siebenjährige Schülerin angemessene Fluchtwege – und zog vor Gericht. Der für sie tätige Rechtsanwalt reichte den entsprechenden Eilantrag bereits vor einigen Wochen vor dem Berliner Verwaltungsgericht ein.

Mangelnder Brandschutz

Die Anna-Lindh-Grundschule ist eine der drei größten Grundschulen der Stadt; 700 Schüler werden derzeit jeden Tag hier unterrichtet. Und das obwohl das Gebäude ursprünglich nur für 600 Kinder gedacht war. Eine Grundsanierung ist seit langem überfällig, aber vor allem das Thema Brandschutz steht bei den besorgten Eltern im Vordergrund. Aktuell gibt es in der Grundschule keine ausreichenden Fluchtwege. Im Falle eines Brandes müssten die Schüler aus einem der Fenster klettern und auf dem Dach Zuflucht suchen.

Der ist aber nicht nur in Mitte bei vielen Schulen nicht gewährleistet, auch in anderen Bezirken wird das Thema stiefmütterlich behandelt. Das bemängeln auch die Sachverständigen für Brandschutz im Bezirk, die bereits vor einigen Jahren eine Überprüfung der Anna-Lindh-Grundschule und möglicher Fluchtwege forderte. Ohnehin müssen an sämtlichen Schulen im Turnus von maximal fünf Jahren Brandschutzbegehungen erfolgen. In der Anna-Lindh-Grundschule fand diese das letzte Mal im Jahr 2013 statt.

Hoffen auf Besserung

Der fehlende Fluchtweg wurde erkannt und sofortige Maßnahmen angemahnt. Passiert ist bis heute nichts, was den Brandschutz verbessern würde. Anke Erler, Mutter der siebenjährigen Klägerin und Elternvertreterin der Klasse hofft auf ein baldiges Handeln: „Eine einfache Wendeltreppe am Fenster würde reichen, damit die Kinder das Gebäude verlassen können.“

Der aktuelle Zustand sei fahrlässig, biete er doch keinerlei Möglichkeiten im Brandfall gefahrenfrei aus dem Gebäude zu gelangen. Gemeinsam mit dem Schulleiter kämpfen Lehrer und Schüler weiter für eine Sanierung der Schule. „Nun hoffen wir, dass wir auf dem Rechtsweg die Gefahr für unsere Kinder abwenden können. Ein Brand kann schon morgen eintreten und wartet nicht, bis die Planungen im Bezirk abgeschlossen sind.“

Kr/Red., Bild: thinkstock/istock/maroke 

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