Gemeinsam gegen die Angst

Hirntumor-Selbsthilfegruppe feiert 15-jähriges Jubiläum.

Wie schwer das Leben nach der Diagnose Hirntumor sein muss, können Nicht-Betroffene nur erahnen. Gut, dass es auch für diese medizinischen Härtefälle Möglichkeiten gibt sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Eine dieser Hirntumor-Selbsthilfegruppen feiert am 21. Oktober ihr 15-jähriges Bestehen. 15 Jahre, bei der Lebenserwartung der meisten Patienten eine kleine Sensation.

Einander Mut spenden und Spaß haben: Ebenfalls Teil der Hirntumor-Selbshilfegruppe

Gründerin und Gruppenleiterin Heike Krüger stellt ihre Gruppe vor, die sie vor 2002 als erste Berliner Selbsthilfegruppe für Hirntumorpatienten gegründet hat. Rund 400 Gäste und Zuhörer werden zur Veranstaltung erwartet. Begonnen hat alles mit ihrer eigenen Diagnose im Sommer 2001. Als die Berliner damals mit ihrem Astrozytom konfrontiert wurde, wusste sie als ausgebildete Krankenschwester, was auf sie zukommen könnte. Die Seltenheit der Erkrankung, die komplexe Symptomatik, die unterschiedlichen Verläufe und Therapiemaßnahmen stellen Patienten immer vor enorme Herausforderungen.

„Ich habe mich erstmal völlig alleine gefühlt. Es ging ja nicht nur um die Diagnose, Therapieentscheidungen und Nachsorge – es ging darum, wohin mit diesem Gefühlschaos?“ Nach ihrer Operation nahm sie psychologische Unterstützung in Anspruch und merkte wie sehr ihr die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema geholfen hat. Sie wollte weitermachen, mit Menschen in ähnlichen Situationen reden. Und da es zu diesem Zeitpunkt keine Gruppe speziell für Hirntumorpatienten in Berlin gab, gründete sie kurzerhand ihre eigene. Die trifft sich seither regelmäßig unter dem Motto „Gemeinsam sind wir nicht länger kopflos“ zum Austausch. „Unser Netzwerk ist inzwischen wirklich beachtlich. Wir hatten schon Besucher von Angermünde bis Wittenberg. Zu den Gesprächsrunden zwei Mal im Monat kommen meist sechs bis zehn Leute, jeder, wie er es gerade kann und möchte.“

Auch Angehörige sind bei den Treffen willkommen. Das 15-jährige Bestehen ist vor allem bei Hirntumor-Selbsthilfegruppen eine echte Seltenheit. Bei den Gliomen, zu denen auch Astrozytome zählen, bleiben Betroffenen der aggressivsten Form durchschnittlich nur etwa 15 Monate. Heike Krüger hat in der Betreuung der Gruppe eine neue Lebensaufgabe gefunden: „Nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden aus meinem Beruf, dem ich mit Herz und Seele nachgegangen bin, habe ich in der Betreuung und Organisation der Selbsthilfegruppe eine neue Lebensaufgabe gefunden, die mich viel Freude erfüllt.“

Wer sich über die Gruppe und das Thema unterhalten möchte, hat dazu am 21. Oktober, von 9.30 bis 18.30 Uhr Gelegenheit. Der Informationstag und der Vortrag finden in der Freien Universität Berlin, Hörsaal 1, Habelschwerdter Allee 45, statt. Mehr Informationen unter info@hirntumorhilfe.de.

Bild: Deutsche Hirntumorhilfe

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