Was Xavier hinterlassen hat

Wetter: Schadensbilanz für Sturmtief steht noch am Anfang.

Noch gibt es keine endgültige Bilanz dafür, was das Sturmtief „Xavier“ vor zwei Wochen  in Berlin angerichtet hat. Doch allein die Tatsache, dass ein Mensch ums Leben gekommen ist, unterstreicht die besondere Gefahr einer  Wetterlage, deren Ausmaß viele überraschte. Rund 20.000 Bäume wurden nach Angaben des Senats berlinweit zerstört. In den Bezirken laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. In vielen Bereichen übersteigen die Kosten für das Aufräumen der Sturmschäden bereits jetzt die bezirklich zur Verfügung stehenden Mittel.

Treptow-Köpenick

Auch in Treptow-Köpenick richteten die bis zu 137 Kilometer pro Stunde schnellen Böen große Schäden an. „Nach derzeitigem Kenntnisstand gibt es bei rund 200 Bäumen Totalschäden, weitere mehrere hundert Bäume weisen Schäden in der Krone auf, sowohl bei Bäumen in Grünanlagen als auch im Straßenland“, teilt Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD) mit. „Derzeit kann auch noch keine genaue Schadensbilanz hinsichtlich der Folgeschäden im öffentlichen Straßenland gegeben werden. Es handelt sich um zum Teil herausgerissene Borde, zerstörte Lampen und Straßenschilder, Gehwege und kaputte Absperrgitter.“

Die Beseitigung der Sturmschäden werde  noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Wegen der Sturmschäden wurden die Friedhöfe Baumschulenweg und Adlershof bis voraussichtlich 25. Oktober für Besucher gesperrt. Dort sei eine Vielzahl verstreut stehender Bäume, die eine Gefahr für Leib und Leben darstellen, festgestellt worden, so das Bezirksamt. Auch in Parks und Wäldern ist  Vorsicht geboten. Spaziergänger sollten sich ausschließlich auf beräumten Wegen aufhalten und nicht querfeldein laufen, so  ein Senatssprecher.

Steglitz-Zehlendorf

In Steglitz-Zehlendorf sind nach vorläufigem Stand rund 850 Bäume umgestürzt oder so beschädigt worden, dass sie gefällt werden müssen, sagt das Bezirksamt. Betroffen sind Friedhöfe, Grünanlagen, Spielplätze, Sportplätze, Schulhöfe und Straßenbäume. Darüber hinaus wurden an rund 980 Bäumen Starkastausbrüche und Kronenbrüche festgestellt. Vermutlich werden auch hier noch Fällungen anstehen. Eine Kostenaufstellung sei momentan sehr schwierig. Grob geschätzt sei mit Kosten um 750.000 Euro zu rechnen. Bei den Friedhöfen waren der Waldfriedhof Zehlendorf und der Waldfriedhof Dahlem am stärksten betroffen, bei den Grünanlagen gilt dies insbesondere für den Landschaftspark Glienicke, die Krumme Lanke, den Heinrich-Laehr-Park, das Gemeindewäldchen, den Schweizerhof sowie den Schönower Park. Aber auch im Gemeindepark in Lankwitz und im Stadtpark Steglitz seien Teilbereiche abgesperrt worden.

Vorsicht geboten

„Nach wie vor gilt für alle Grünanlagen und auf den Friedhöfen, dass das Betreten sehr gefährlich ist und dies nur in begründeten Ausnahmefällen geschehen sollte“, lässt das Bezirksamt wissen. Spaziergänger sollten sich im Wald ausschließlich auf beräumten Wegen aufhalten und auf keinen Fall querfeldein laufen, rät ein Senatssprecher. Eine konkrete Prognose, ab wann die Anlagen wieder gefahrlos betreten werden können, könne nicht gegeben werden, heißt es beim Bezirksamt. „Es wird sicherlich noch bis zu vier Wochen dauern, bis die akuten Gefahren beseitigt sind.“ Erst dann werde mit den eigentlichen Aufräumarbeiten begonnen.

Mitte

„Der Schaden am Baumbestand in den öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen war anfangs kaum überschaubar“, teilt das Bezirksamt mit. „Derzeit kann auch noch keine genaue Schadensbilanz hinsichtlich der Folgeschäden im öffentlichen Straßenland gegeben werden. Es handelt sich um zum Teil herausgerissene Borde, zerstörte Lampen und Straßenschilder, Gehwege und kaputte Absperrgitter.“ Die Beseitigung der Sturmschäden werde noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Weiterhin warnt das Bezirksamt vor dem Betreten von Grün- und Parkanlagen. „Es wird noch mehrere Wochen dauern, bis alle Gefahrenstellen beseitigt sind. Viele Bäume sind durch den Sturm in Schräglage geraten oder so stark geschädigt, sie drohen umzustürzen oder auseinander zu brechen.“

Bezirksstadträtin Sabine Weißler bittet Parkbesucher auch weiterhin um Vorsicht beim Betreten der Grünflächen und Parks. Auf Warnschilder und gesperrte Wege solle möglichst Rücksicht genommen werden. Laut dem Finanzsenator erhalten die Bezirke 1,2 Millionen Euro als Sofortmaßnahme, damit die umgestürzten Bäume in Parks und auf Friedhöfen möglichst schnell beseitigt werden. „Damit die Parks sobald wie möglich wieder gefahrlos genutzt werden können, werden wir den Grünflächenämtern der Bezirke zusätzliche Gelder zur Beseitigung der Sturmschäden zur Verfügung stellen.“ Die Waldspielplätze werden voraussichtlich nächste Woche wieder nutzbar sein, so Regine Günther.

Reinickendorf

Mit dem Stand der Schadenserfassung in der vergangenen Woche mussten in Straßen- und in Grünanlagen aufgrund der Sturmschäden 190 Bäume sowie weitere 66 Gehölze gefällt werden. 122 Bäume wurden durch die Böen stark geschädigt und müssen größtenteils aufwendigen Baumpflegearbeiten wie Kroneneinkürzungen unterzogen werden. Das Schadenszentrum in Reinickendorf lag im Ortsteil Heiligensee, wo auf der denkmalgeschützten Dorfaue sieben prächtige Bäume, größtenteils Linden, umgestürzt und entwurzelt wurden. Das Grünflächenamt wird noch lange mit den Folgen zu tun haben, weil weiterhin flächendeckend kontrolliert wird und noch immer Schadensmeldungen eingehen.

Die Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther (parteilos/für Grüne): „Noch immer ist das Betreten der Park- und Grünanlagen und des Waldes gefährlich, weil abgebrochene Äste aus den Baumkronen herunterfallen können. In Absprache mit dem Finanzsenator erhalten die Bezirke 1,2 Millionen Euro als Sofortmaßnahme, damit die umgestürzten Bäume auf den Straßen, Parks und Friedhöfen möglichst schnell beseitigt werden können. Damit Berliner die Parks sobald wie möglich wieder gefahrlos nutzen können, werden wir den Grünflächenämtern der Bezirke zusätzliche Gelder zur Beseitigung der Sturmschäden zur Verfügung stellen.“

Die Berliner Forsten arbeiten unter Hochdruck daran, die Haupt- und Nebenwege im Wald zu sichern. Die Waldspielplätze werden voraussichtlich nächste Woche wieder genutzt werden können, so Günther.

Nils Michaelis, Bilder: imagoPacificPressAgency, imago/80411653 

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