Museum bangt um seine Zukunft

Umbau: Neues Karree könnte Ende bedeuten.

Das Kudamm Karree wird im kommenden Jahr abgerissen und soll dann einem Neubau weichen. Bauherr Cells Bauwelt plant eine neues, modernes Kudamm Karree mit „Synergieeffekten“. Im Klartext bedeutet das, dass neben Büro- und Geschäftsräumen auch Platz für ein Fahrradparkhaus, eine kleine Reparaturwerkstatt und Dockingstationen für E-Bikes vorhanden sein soll.

Dazu soll es ein Hotel mit Fitnessstudio geben, eine Dachterrasse mit Gastronomie sowie eine Kita mit 140 Plätzen für die rund 4.000 Berufstätigen, die in dem Gebäudekomplex künftig arbeiten sollen. 2020 soll zudem die Spielbank Berlin vom Potsdamer Platz in den Westen ziehen. Weniger Platz in den Bau-Visionen war bisher für die alten Theater und das Museum, die sich im und rund um das Kudamm Karree befinden. Sie müssen ebenfalls dem Neubau weichen. Viele Anwohner und Politiker haben für den Erhalt zumindest einer der altehrwürdigen Bühnen gekämpft – vergeblich.

Kompromiss

Der schließlich getroffene Kompromiss zwischen Kultursenator Klaus Lederer von der Linken und dem Investor und Martin Woelffer als Betreiber der Kudamm-Bühnen sieht immerhin den Bau einer neuen Bühne im Keller des Gebäudes vor. Das Theater und die Komödie am Kurfürstendamm kommen solange im Schillertheater unter. Nun aber kämpft eine weitere Institution im Kudamm Karree ums Überleben: Das private Museum „Story of Berlin“, das im Hochhaus und in Teilen des ehemaligen Atomschutzbunkers untergebracht ist, könnte bereits zum 30. November seine Türen schließen. Immerhin, so teilte der Investor Cells Bauwelt nun der Museumsleitung mit, werde bereits im Dezember mit den Bauarbeiten im Bunker begonnen.

Zukunftsmusik

Gleichzeitig beteuert der Investor das Museum als Partner halten zu wollen. Story-Geschäftsführer Bernhard Schütte zeigt sich von den Forderungen Platz für den Umbau zu machen, überrascht. So seien sie zwar bereit die Ausstellung komplett in den Bunker und das zweite Untergeschoss zu verlegen, mehr Platzeinbußen würde das Museum aber rein wirtschaftlich nicht vertragen. Er hofft auf eine schnelle Lösung.

Zuspruch

Auch die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) sprach sich zuletzt für den Verbleib des Museums aus. Das sei ursprünglich auch ein Kriterium für die Beförderung des Projektes gewesen, so der SPD-Verordnete Christian Timper. Wie sich das Museum „Story of Berlin“ und die weitere Umgestaltung des historischen Karree am Kurfürstendamm in Zukunft entwickeln wird, bleibt also erstmal abzuwarten.

(red/kr)

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