Neues Sprachrohr für Schwimmer

„Verband der Bäderbesucher“ gegründet.

Seit vielen Jahren hat Bianca Tchinda die Berliner Bäderlandschaft im Blick. – als aktive Schwimmerin, Bloggerin und Mariendorferin. „Wir haben die schönste Bäderlandschaft Europas“, schwärmt sie. Den Badegästen aber werde es immer schwerer gemacht, sie auch zu nutzen. Die Kundenkommunikation seitens der Bäderbetriebe ist aus ihrer Sicht mindestens verbesserungsbedürftig. Deshalb hat sie mit einer Reihe von Mitstreitern nun den „Verband der Berliner Bäderbesucher“ gegründet.

Nutzung immer komplizierter

Für die Bäderlandschaft in Berlin hat Bianca Tchinda im Grunde viel Lob übrig. Es gebe so viele verschiedene Schwimmbäder, die für jeden Anspruch und Geschmack etwas bieten. Allerdings kommt der durchschnittliche Badbesucher immer seltener hinein. Unter anderem sorgen technische Probleme für vorübergehende Schließungen, die schlecht kommuniziert werden. Die Bäderbesucher würden oft erst davon erfahren, wenn sie vor verschlossener Tür stehen, weiß die passionierte Schwimmerin. Das müsse sich ändern. Hinzu komme, dass oft unklar sei, wie viel Platz für die Öffentlichkeit in Schwimmbädern eigentlich übrig bleibt.

Schwimmer haben es schwer, sagt der neue Verband

Nicht selten würden Schulen, Vereine und Kurse so viel Wasserfläche blockieren, dass normale Schwimmer vielleicht noch zwei Bahnen hätten. Das an sich sei auch in Ordnung – wenn der Kunde denn vorher Bescheid wisse. Doch auch hier bleibe es stets bei der vagen Angabe „eingeschränkte Wasserfläche“. Die Konsequenz sei, dass es immer komplizierter werde, die Bäder zu nutzen. „Ich dachte eigentlich, ich hätte im Jahr 2016 mein schlechtestes Schwimm-Jahr gehabt. Ich musste viel zu verschiedenen Bädern fahren. Ich habe nicht damit gerechnet, dass es schlimmer werden würde.“

Viele Beschwerden

So wie ihr geht es offenbar vielen Badbesuchern. Sie wisse von vielen Beschwerden an die Bäderbetriebe, die unbeantwortet bleiben würden. Der neue Verband will sich deshalb vor allem für eine bessere Kommunikation mit den ganz normalen Badbesuchern einsetzen, die bisher keine Lobby haben. Das gehe los bei Informationen über Öffnungs- und Schließzeiten und detailliertere Infos bei Problemen, und gehe bis hin zur Forderung, die Bäderlandschaft im Internet besser vorzustellen, denn es sei kaum herauszufinden, welches Bad eigentlich für wen das Richtige sei.

Kooperation statt Konflikt

Die Gründungsmitglieder des Verbands der Bäderbesucher sind keine Repräsentanten von Parteien oder Verbänden. Jeder einzelne repräsentiert eine andere Facette der Berliner Schwimmer ohne Vereins- oder Verbandsbindung. Ab Januar kann jeder Interessent Mitglied des Anfang Oktober gegründeten Verbands werden. Bianca Tchinda hat keine Zweifel daran, dass die Bäderbetriebe ihr und ihren Mitstreitern zuhören werden. Gute Kontakte und die Präsenz des Verbandes in den Medien würden das sicherstellen.

Die ersten öffentlichkeitwirksamen Aktionen seien bereits in Vorbereitung – wie die aussehen sollen, das verrät sie aber noch nicht. Wichtig ist ihr allerdings, klarzustellen, dass es dem Verband der Bäderbesucher keineswegs um einen Konflikt mit den Bäderbetrieben geht, sondern darum, gemeinsam mit ihnen eine Situation zu schaffen, die für alle Seiten von Vorteil sein kann. „Wenn die Kunden rechtzeitig und besser über alles informiert werden, schafft das Akzeptanz, Verständnis und die Möglichkeit, sich auf die Lage einzurichten.“

Weitere Informationen gibt es auf dem Schwimm-Blog-Berlin.

Oliver Schlappat, Bilder: Thinkstock Getty iStock cookelma, Thinkstock/iStock/ViktorCap

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