Was Satellitenbilder und Kunst gemeinsam haben

Ausstellung: Joachim Pohlmann zeigt Abbildungen, die seine berufliche Vergangenheit mit geprägt haben.

Man mag es kaum glauben, aber Kunst und Aufnahmen von Militärsatelliten haben durchaus etwas gemeinsam. Eine neue Ausstellung im Rathaus Tempelhof zeigt solche Aufnahmen – und hat angesichts dieser Gemeinsamkeit auch den Titel „Entwicklungszusammenarbeit trifft Kunst“ erhalten. Zu sehen ist sie bis zum 30. November.

Zusammengestellt worden sind die Aufnahmen von Dr. Joachim Pohlmann. Heute ist Mitglied der Seniorenvertretung im Bezirk, doch in den 1980er- und 1990er-Jahren hatte er als Teil einer Forschungsgruppe an der Freien Universität Berlin solche Fotos für seine Arbeit genutzt, zu der auch gewisse Aspekte der Entwicklungszusammenarbeit gehörten. Aufgenommen worden sind sie von den US-Militärsatelliten Landsat MSS und TM, welche die Erde regelmäßig umkreisten und abfotografierten. Sie haben Kuwait samt brennender Ölbohranlagen zur Zeit des Golfkriegs ebenso aufgenommen wie Berlin zu Zeiten der Trennung, Wasserverschmutzung in Rio de Janeiro die Landoberfläche in Moskau. Diese und andere Motive finden sich nun in der Ausstellung.

Und was haben solche Bilder mit Kunst gemeinsam? Nun, sie erschließen sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick, er muss oft ein zweites oder drittes Mal ganz genau hinsehen, um alle Details zu entdecken und zu verstehen, was genau dort zu sehen ist und warum es abgebildet wurde. Natürlich gibt es in der Ausstellung ein wenig Hilfe fürs Verständnis, unter anderem eine Weltkarte, die zeigt, wo die Bilder jeweils entstanden sind.

Die Ausstellung befindet sich im 1. Obergeschoss des Rathauses Tempelhof.

(red)

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