Radikale Stellenkürzung bei Siemens

Technologie-Konzern baut rund 900 Arbeitsplätze in Berlin ab/ IG Metall will sich wehren.

Nach einer Ankündigung in der vergangen Woche streicht der Konzern rund 900 Stellen in Berlin. Mit 570 Arbeitsplätzen wird der Großteil im Dynamo-Werk in Spandau wegfallen, da Siemens seine Fertigungsstätte nach Mühlheim und Erfurt verlagern will. Weitere 300 Stellen sollen im Gasturbinen-Werk in Moabit gekürzt werden. Dass nicht nur Berlin betroffen ist, zeigt auch die Schließung in den Görlitzer und Leipziger Turbinen-Werken, durch die  920 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Der Verkauf des Werkes in Erfurt steht noch zur Debatte. Weltweit gibt der Technologie-Riese gleich 6900 Stellen auf.

Stellenabbau trotz Umsatz

Den Stellenabbau begründet Siemens mit einem Nachfrageeinbruch in der Kraftwerkssparte und besonders bei Gasturbinen. Doch die IG-Metall zeigt sich widerständig: „Ein Stellenabbau in dieser Größenordnung ist angesichts der hervorragenden Gesamtsituation des Unternehmens völlig inakzeptabel“, sagt Vorstandsmitglied Jürgen Kerner. Tatsächlich fährt Siemens jährlich Gewinne in Milliardenhöhe ein und darf sich über einen aufrechten Aktienkurs freuen. Die Kritik laute weiterhin, dass der Vorstand nicht rechtzeitig auf den Umschwung in der Energiebranche reagiert hätte. Dabei gibt es einen klaren Trend: Immer mehr Menschen setzen auf erneuerbare Energien aus Wind und Sonne. Die Nachfrage an Energie aus traditionellen Kraftwerken sinkt.

Schutz vor betriebsbedingter Kündigung

Bei der Gegenwehr beruft man sich auch auf das vor sieben Jahren bei Siemens eingeführte Beschäftigungspaket, welches die Mitarbeiter vor betriebsbedingten Kündigungen schützen sollte. Ohne Zustimmung von IG Metall und Betriebsrat dürfte es mit dieser Vereinbarung also keine Kündigung geben. Auch die Ausnahmeregelung kann in Hinblick auf die hohen Erträge des Konzerns nicht gelten. Erst wenn das Unternehmen gesamtwirtschaftlich bedroht wäre, dürfte eine betriebsbedingte Stellenreduzierung erfolgen. Möglicherweise gibt es also noch ein Ass im Ärmel für die Angestellten.

Am Morgen des 17.11. wird es eine Kundgebung der Beschäftigten des Dynamowerkes vor der Siemens Hauptverwaltung geben.

DE, Bild: Siemens IM2017110026COEN

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