Jet-Skis für die Ordnungshüter

Sicherheit: Köpenicker Abgeordneter will Tempo bei Einsätzen beschleunigen.

Als vor gut drei Jahren ein Auto am Rande der Köpenicker Altstadt in die Dahme stürzte, brauchten Rettungstaucher rund 40 Minuten zum Schauplatz des Unfalls an der Langen Brücke. Zwei junge Menschen starben in dem eisigen Wasser. Seitdem diskutieren Menschen in ganz Berlin über die Frage, wie Rettungskräfte und Polizei zu Wasser schneller am Einsatzort sind.

Vorbild Dubai

Der Köpenicker SPD-Abgeordnete Tom Schreiber fordert ein neues Konzept für die Wasserrettung. Konkret wirbt er dafür, Polizisten und Feuerwehrleute in den wasserreichen Bezirken Treptow-Köpenick, Reinickendorf, Spandau und Steglitz-Zehlendorf auf Jet-Skis Dienst tun zu lassen. Klingt ungewöhnlich, ist in Italien, Dubai und bei einigen Freiwilligen Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen längst üblich. 15 Wassermotorräder würden nach Angaben der Senatsinnenverwaltung etwa 450.000 Euro kosten. Im Hinblick auf das Ziel, auf den  unzähligen  Seen und Flüssen  der Hauptstadt schneller Menschenleben zu retten, hält Schreiber dies für ein überschaubares Investitionsvolumen. Zudem seien immer mehr Umweltsünder oder Partyboote auf den Gewässern unterwegs, das erhöhe den Bedarf an motorisierten Ordnungshütern zu Wasser. Die Berliner Feuerwehr lehnt die Idee bislang ab. Mangels Ausrüstung könnten Jet-Ski-Fahrer kaum Rettungsmaßnahmen ergreifen, so der Tenor.

Innenstaatssekretär Torsten Akmann hält die bis zu 100 Kilometer pro Stunde schnellen Flitzer allenfalls als Ergänzung des bisherigen Wasserfahrzeugparks für denkbar, schließlich könnten auf den Plattformen oder Beibooten Menschen transportiert werden. Berlin verfügt über gerade einmal zwei Löschboote. Die Gefährte aus den Jahren 1974 und 1975 sind in Spandau stationiert. Vier Mehrzweckboote wurden im vergangenen Jahr in Köpenick, Tiergarten, Tegel und Spandau bereitgestellt.. Die Polizei verfügt über 16 weitgehend
marode Boote.

Auch die Gewerkschaft der Polizei bewertet Schreibers Idee zurückhaltend. „Nicht auf allen Gewässern sind Jet-Skis erlaubt, das schränkt die Einsatzmöglichkeiten ein, wir sehen dafür ohnehin keinen unmittelbaren Bedarf“, sagt Benjamin Jendro vom Berliner Landesbezirk. Stattdessen, so der Sprecher, solle der Senat lieber in bessere Polizeiboote investieren.

nm, Bild: imago/Manfred Segerer 

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