Brandenburg rechnet in Spandau

Nachbarland mietete Flächen bei Berliner Rechenzentrum an.

Rückt die Fusion von Brandenburg und Berlin nun doch noch näher? Eine berechtigte Frage, denn immerhin will unser Nachbar ab Ende 2018 seine kompletten digitalen Dienstleistungen von Spandau aus abwickeln. Dafür mietete der Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) auf dem e-shelter-Campus am Nonnendamm eine mehr als 600 Quadratmeter große Fläche an, auf der jetzt durch den brandenburgischen IT-Dienstleister ZIT-BB ein hochsicheres Rechenzentrum betrieben wird. In einer ersten Ausbaustufe wird ein Datenvolumen von zwei Peta-Byte verarbeitet. Dies entspricht vom Informationsgehalt her einer Anzahl von rund 400 Millionen Büchern und einer Regalfläche von rund 12.000 Kilometern Länge.

Optimierte Lösung

Mit der Übergabe der Flächen fällt der Startschuss für den schrittweisen Aufbau von Netzwerk-, Server-, und Speichertechnik durch ZIT-BB. Vollständig in Betrieb gehen soll das neue Rechenzentrum Ende 2018, dann kann auch die Liegenschaft in der Potsdamer Dortustraße nach 26 Jahren endgültig aufgeben werden.

„Mit der Unterbringung des Rechenzentrums des ZIT-BB im Datacenter Berlin von e-shelter ist es den beiden Landesbetrieben ZIT-BB und BLB durch ihr enges Zusammenwirken gelungen, dass nunmehr für die zentralen Rechnersysteme des Landes eine in vielerlei Hinsicht optimierte Lösung realisiert werden konnte“, erklärte Brandenburgs Finanzstaatssekretärin Daniela Trochwoski bei der feierlichen Schlüsselübergabe an die neue Hausherrin, Innenstaatssekretärin Katrin Lange. Diese erklärte, dass die Brandenburger zurecht erwarten würden, dass die Verwaltung ihre Dienstleistungen auch online zur Verfügung stellt. Mit dem Rechenzentrum stellen wir die technischen Weichen dafür.“

Vielfältige Aufgaben

Der ZIT-BB ist zentraler IT-Dienstleister für die unmittelbare Landesverwaltung. Seine Aufgabe ist es unter anderem, die sichere technische IT- Infrastruktur für das Land Brandenburg bereitzustellen und zu betreiben. Auch den Betrieb von IT-Dienstleistungen für die Bürger stellt der ZIT-BB sicher. Dazu gehören unter anderem das Onlineportal Maerker, das Landemelderegister oder das Brandenburgische Vorschriftensystem BRAVORS. In dieser Datenbank werden alle Gesetze, Verordnungen, Staatsverträge und Verwaltungsvorschriften des Landes geführt. Der 2009 gegründete ZIT-BB beschäftigt 370 Mitarbeiter.

Eigene Umspannwerke

Das Datacenter Berlin ist mit 13.000 Quadtratmetern der zweitgrößte Standort von e-shelter in Deutschland. Der in der Schweiz beheimatete Betreiber von hochsicheren Rechenzentren versorgt seine Hauptstadt-Filiale mit zwei eigenen Umspannwerken und bietet auch sonst allerhöchte Sicherheitsstandards. Volker Ludwig, Senior Vice President Sales von e-shelter: „Rechenzentren bilden das Rückgrat der digitalen Infrastruktur und sind wesentliche Voraussetzung für die Digitalisierung in Deutschland. Hochverfügbare Rechenzentrumsumgebungen wie e-shelter sie betreibt, würden den öffentlichen Sektor darin unterstützen, E-Government-Prozesse für Staat und Bürger effektiv, sicher und zeitgemäß durchführen zu können.

Red., Bild: e-shelter

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