Vogelstation sucht neues Zuhause

Vier neue Container werden als Zwischenlösung gestellt.

Der 7. November war kein guter Tag für das Team der Wildvogelstation der NABU in Biesdorf. Per Einschreiben kam die Nachricht mit der Aufforderung, das alte Forsthaus so bald wie möglich zu räumen, da die Standsicherheit des Gebäudes stark beeinträchtigt sei. Schon lange war der lange Riss am Mauerwerk bekannt. Langgestreckt und gut sichtbar zieht er sich an der Fassade entlang. 1950 gebaut, wurde das Haus jahrzehntelang nicht saniert, obwohl Schäden äußerlich schon lange sichtbar waren.

Das letzte Gutachten aus dem vergangen Oktober hatte bereits belegt, dass die nicht unterkellerten Gebäudeteile für diese Schieflage sorgten und auch keine weitere Lastumlagerung ermöglichen würden. „Der Schaden ist seit mindestens zehn Jahren bekannt, Offenbar war aber die Beschäftigung mit dem Gebäude aufgrund des jahrelangen Spardiktats nicht möglich gewesen“, vermutet Jutta Sandkühler, die Geschäftsführerin des Berliner NABU, die die Wildvogelstation hier betreibt.

Die Betroffenen

Verletzte Wildvögel, wie dieser Rotmilan werden in der Wildvogelstation behandelt

Im alten Forsthaus arbeiten vier Mitarbeiter des Vereins und eine Mitarbeiterin des Straßen- und Grünflächenamtes. Zurzeit sind hier nur drei Vögel untergebracht –  während der Brutzeit werden dort jedoch bis zu acht Vögel betreut. Turmfalken, Waldkauze und Ringeltauben gastieren dann in den Zimmervolieren und dem Vogelraum, der den Platz für die besonderen  Pflegefälle in der Station bietet.

Vorläufige Hilfe

Noch ist keine langfristige Lösung als Ersatz gefunden. Zunächst werden Container gestellt werden. „Wir beantragen gerade die Baugenehmigung dafür, ein Angebot für die Container liegt vor“, sagt Sandkühler, die Platzmangel befürchtet. „In der Containeranlage kann nur ein, statt der bisherigen drei Vogelräume untergebracht werden“, sagt sie, wohl wissend, dass im Sanierungsfall zumindest die dreizehn Außenvolieren von den Umzugsmaßnahmen nicht betroffen sein werden.

Vorerst, denn sollte das Gebäude selbst saniert werden, müssten auch diese Anlagen wohl umziehen. Nun beginnt das Warten auf die Container. Vier Stück soll es geben. Mit einer Stellfläche von jeweils zweieinhalb mal sechs Meter werden die rund 15.000 Euro kosten. Weil keine Toilette und Küche darin installiert sein werden, gilt das Angebot, die Sanitäranlage im Nebengebäude, dem jetzigen Stützpunkt des Garten- und Grünflächenamtes, mit zu nutzen.

Wichtige Arbeit

Zur Hauptaufgabe der einzigen Wildvogelstation in Berlin gehört die Bürgerberatung und die Tierpflege. Wer einen verletzten oder hilflosen Wildvogel im Berliner Stadtgebiet findet, kann hier anrufen. Verletzte Vögel werden zunächst in der Tierklinik der FU Berlin in Zehlendorf versorgt. Danach kommen die Tiere in die Biesdorfer Wildvogelstation, wo sie ihre teilweise schweren Verletzungen ausheilen können.

Die Leistungen

Im vergangenen Jahr, waren es rund 800 Vögel, die in der ruhig gelegenen Station gepflegt und auf die Wiederauswilderung vorbereitet wurden.

Stefan Bartylla, Bild: Bild: Carmen Baden / NABU Berlin, Simone Wolf / NABU Berlin

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